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Abschied von Liebling Bert

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Fast hätte es Bert nicht zu seiner eigenen Abschiedsparty geschafft. Der Plüschbär ging auf seiner letzten Tour, die ihn nach Brandenburg führen sollte, beinahe verloren. Einige Tage lang steckte er fest in einem Paketlager der DHL. Damit nichts schief gehen konnte mit der rechtzeitigen Rückkehr nach Heilbronn, haben zwei Fans, Claudia Weinbrecht und Rebecca Hopfauf, eine Mitfahrgelegenheit organisiert. Eine junge Autofahrerin, von der Insel Rügen unterwegs nach Süden, holte Bert in Bernau ab und übergab ihn an der Autobahnausfahrt bei Kupferzell.

Flohmarkt

Das ist ist nur eine von vielen Anekdoten zu der einmaligen Spendenaktion, die nach 365 Tagen endete. Die Idee dazu hatte Sigi Ulbrich, Trainer der TSG-Frauenfußballmannschaft. Beim Flohmarkt auf dem Heilbronner Neckarfest hatte Ulbrich den Plüschbären entdeckt, der ein Jahr lang auf Reisen gehen und für mindestens 24 Stunden an einer Station betreut werden sollte. Mindestens ein Euro musste dafür an den Kinderschutzbund für das Projekt Anna und Marie überwiesen werden. Ulbrich hatte bewusst ein Projekt ausgesucht, das zu Frauen und Mädchen passt.

Erwartungsgemäß hat sich niemand mit der Mindestspendensumme begnügt, so dass die Organisatorin der Bert-Aktion, Sylvia Borkert-Sagasser, bei der Abschlussfeier einen Scheck über 15 438 Euro überreichen konnte. "Es ist unvorstellbar, was sich aus der Aktion entwickelt hat", freut sich Borkert Sagasser. Und Sigi Ulbrich hätte sich nicht träumen lassen, mit welcher Begeisterung und Sympathie die unterschiedlichsten Menschen auf das knuffige Plüschtier reagierten – und vielfach spendeten. An mehr als 180 Stationen war Bert unterwegs: Er war Gast bei Vereinen, Firmen und auf Geburtstagspartys.

Der OB beherbergte Bert, er war dabei bei einer Gemeinderatssitzung und beim SPD-Bundesparteitag, bei der Jungen Union und der FDP. Eine Stadtführerin hat Bert zum Azubi ernannt und in die Stadtfarben gekleidet. Das Käthchen hat ihn mit ins Altenheim genommen. Und nicht nur im Postpaket ging Bert auf Tour: Eine Busfahrt führte den Bären nach Frankreich, ein Bergtrip in die Schweiz. Im Leichtflugzeug flog er über Ilsfeld, ein Hochzeitspaar nahm ihn mit zur Feier ins Allgäu.

Sportlich

Auch bei den TSG-Fußballerinnen machte Bert immer wieder die Runde oder wurde bei Spielen an den Rand gesetzt. Ob Volksfest, Tripsdrill oder Reitstall: Wichtig für die Kommunikation war die Seite beim sozialen Netzwerk Facebook: "Bert, 365 Tage unterwegs". Unzählige Fotos und Kommentare wurden gepostet, dort wurde der Terminkalender geführt und die Übergabe vereinbart. Zwei bis drei Stunden pro Tag war Sylvia Borkert-Sagasser beschäftigt. Nach dem aufregenden Jahr ruht sich Bert erstmal aus. Ob und wie es weitergeht, steht noch in den Sternen.
 

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