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Tanzen verbindet Kulturen

Übersicht

"Tanzen hat eine eigene Sprache, die jeder versteht, ganz egal, woher er kommt", sagt Dennis Da Costa Oliveira. Er und Katharina Martin leiten das brandneue Projekt Culture Crossover. Im Vordergrund steht dabei Verständnis durchs Tanzen für andere, egal, ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Katharina Martin ist im Vorstand der Deutsch-Russisch-Ukrainischen Gesellschaft Eppingen (DRUG), tanzt schon immer für ihr Leben gern, hat zwei Kinder, schreibt an ihrer Doktorarbeit und arbeitet im Jugendhaus. Dort lernte sie Schüler Dennis und weitere Jungs kennen. "Wir sind alle ganz unterschiedlich, haben aber eine gemeinsame Leidenschaft: das Tanzen", sagt sie.

Jetzt haben sie und ein paar andere sich zum Projekt Culture Crossover zusammengetan. Unter dem Dach der DRUG. Grundgedanke sei es, verschiedene Kulturen und Herkünfte zusammenbringen. Auch andere Elemente als das Tanzen gehören dazu, etwa Musikveranstaltungen, Theater, Kunst. Culture Crossover bietet wöchentliche Tanzkurse, Workshops, ein Tanzcamp in den Sommerferien. "Zwei Tage auf dem Kolpinggelände: Wir führen in verschiedene Tanzstile ein, feiern, übernachten und chillen", erklärt Dennis Da Costa Oliveira. Im Herbst folgt eine Tanzkulturwoche mit täglichen Veranstaltungen an mehreren Stellen in Eppingen.

Stil

Die acht ehrenamtlichen Projekt-Aktiven sind hochmotiviert. Alle haben Migrationshintergrund: Michelle Mohr (Italien, 15), Ardijan Marolli (Kosovo, 16), Narullah Ipci (Türkei), Dennis Da Costa Oliveira (Portugal, 19) sowie die Deutsch-Russen Benjamin Nuss (17), Violetta Polschin (22), Regina Peregon (23), Katharina Schulz (18) und Katharina Martin (29). Benjamin gibt Kurse in Breakdance. Auch Akrobatik und Körperfitness gehören zu seinem Kurs. "Tanzen macht selbstbewusst, man entwickelt dabei seine Persönlichkeit", findet er. Dennis und Ardijan lehren Hiphop. "Beim Tanz findet man seinen eigenen Stil", so Dennis. Katharina und Michelle unterrichten folkloristische, traditionelle und moderne Tänze.

Viele Auftritte der Teilnehmer sind geplant. "Wir möchten Kindern und Jugendlichen eine richtige und sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten", sagt Benjamin, der sich auf Tanzbattles als Form der Präsentation freut. Ardijan meint: "Auftritte stärken. Viele, die kommen, sind sehr schüchtern. In Gruppen werden sie selbstbewusster. Bei mir war das auch so, und ich wurde stärker." Benjamin fügt an: "Es bringt einem ganz allgemein viel, wenn man selbstbewusst ist." Ziel des Projekts sei unter anderem, "ein gutes Image für Jugendliche ohne und mit Migrationshintergrund zu schaffen", erklärt Katharina.

Kooperation

Culture Crossover möchte mit Schulen und Kindergärten kooperieren. Gerade stellt sich das Team in der Selma-Rosenfeld-Realschule vor. "Die Kinder waren sofort dabei", freut sich Ardijan. "Wir hoffen, dass wir auch in Eppingen lebende Flüchtlingskinder einbinden können", sagt Katharina.
 

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