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Rohrbach macht sein eigenes Ding

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Der Regen kann echte Narren nicht vom Feiern abhalten. Das zeigte sich am Sonntagnachmittag beim großen, bunten Faschingsumzug der Rohrbacher Wicker Wacker. Mit einem neuen Rekord von 47 Gruppen, Wagen und Fußvolk tobten die Faschingsfans auch bei Nieselregen durch den Eppinger Stadtteil. "Im Vorjahr waren es 42, da dachten wir schon, mehr geht nicht", freute sich Ortsvorsteher Georg Heitlinger, der sich im Laufe seiner Amtszeit von der närrischen Begeisterung anstecken ließ.

Der Charme des Rohrbacher Faschingsumzugs liegt für Heiltinger in der Vielfalt. Viele Gruppen bereiteten sich wochenlang vor. "Wir haben Hexen, Tanzmariechen, Guggenmusik, dann wieder einen Wagen mit Elektro-Beats, ganz groß vorne dabei sind die Housemeister aus Flehingen." Letztere rollten nicht nur mit einem 300-PS-Schlepper an, sondern auch mit discotauglicher Soundanlage.

Lokalmatadore

Rund ein Drittel der närrischen Gruppen kommt aus Rohrbach selbst, dazu gehören der Musikverein, der Gesangsverein, mit den Crazy Chicken, die katholische Landjugend und drei befreundete Familien aus dem Sommerweg. Die denken sich in jedem Jahr ein anderes Motto aus. Dabei nehmen sie auch lokale Themen auf die Schippe. Dieses Mal hatten sie einen Altkleidercontainer nachgebaut und eine Videoüberwachung nachgestellt.

Das kommt daher, dass sich viele Menschen im Ort über die Säcke ärgern, die oft lieblos vor den Altkleidercontainern abgestellt werden. Aus Waghäusl kam diesmal ein gigantischer Partybus angefahren, ein komplett umgebauter Schulbus mit Laser auf dem Dach und einem Monitor ausgerüstet. Das ermöglicht den Zuschauern sich selbst auf dem Flachbildschirm zu sehen. Die katholische Landjugend spielte Engel und Teufel. "Im Gegensatz zu Eppingen, wo der große Umzug sehr von den Hexen geprägt ist, ist in Rohrbach alles bunt gemischt", lobte Evelin Gernhäuser aus Eppingen die Eigenart.

Ortsvorsteher Heitlinger glaubte zwar, nicht ganz so viele Narren im Zuschauerbereich gesehen zu haben wie 2015, doch führte er das auf das Wetter zurück. In der Dreschhalle geriet die Organisation einmal mehr an Grenzen. "Die Halle platzt fast aus den Nähten, und mindestens doppelt so viele feiern auch noch draußen weiter", beobachtet der Ortsvorsteher. Über die Bruchsaler Straße rollt der Umzug hinein in die Ortsmitte, wo er auch dieses Mal wieder von reichlich närrischem Volk empfangen wurde. Über den Büchenweg gelangt er schließlich zum Sammelpunkt Dreschhalle. Fritz Schiller, Präsident der Rohrbacher Wicker Wacker, freut sich darüber, dass beim Faschingsumzug in Rohrbach "keinerlei Rabauken und Schläger" dabei sind. "Es gab noch nicht einmal ein Gerangel oder ein Geschubse, obwohl so viele Narren gemeinsam feiern."

Ball statt Prunk

Zum ersten Mal ersetzen die Rohrbacher Wicker Wacker ihre Prunksitzung am Rosenmontag durch einen Rosenmontagsball in der Gießhübelhalle. Das kommt daher, dass die Prunksitzung immer mehr von närrischen Gruppen außerhalb gestaltet wurde und die Rohrbacher daran nicht mehr so starkes Interesse zeigten. "Früher war es so, dass die Prunksitzung am Rosenmontag zu 80 Prozent von uns selbst gestaltet wurde", erinnert Schiller. Am Ende sei es umgekehrt gewesen.
 

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