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Flugblatt sorgt für Unruhe

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"Es gibt Mitbürger, die besorgt sind und die nach den Vorfällen in Köln und Düsseldorf auch Ängste haben", sagt Ingelfingens Bürgermeister Michael Bauer. Geschürt werden diese Ängste derzeit noch durch ein Flugblatt, das im Kochertal kursiert. Die Autorin ist Sonnhild Sawallisch, federführendes Mitglied des rechten Bündnisses "Hohenlohe wacht auf". Sie warnt vor dem bevorstehenden Einzug von Flüchtlingen ins ehemalige Gasthaus "Rose".

Unsicherheit

"Niemand kann garantieren, dass unter den Flüchtlingen nicht doch ein Krimineller dabei sein sollte", versucht sie gezielt, eine Negativstimmung zu erzeugen und Ängste zu entfachen. Weiter heißt es: "Die Lage der Unterkunft liegt direkt auf dem Schulweg vieler Grundschulkinder. Sollte jemand ein Verbrechen begehen wollen, wäre es sehr leicht, das Opfer ungesehen ins Haus reinzuziehen". Das Thema treibt die Menschen in Ingelfingen um. Wie intensiv das Flugblatt die Furcht vor vermeintlich kriminellen Asylbewerbern anheizt, bleibt offen. Bei Michael Bauer sind darauf jedenfalls keine direkten Reaktionen eingegangen.

Fakt ist, dass in der "Rose" in Ingelfingen in den nächsten Tagen 44 Asylbewerber eintreffen sollen. "Für die Belegung vorgesehen sind Familien aus Syrien. Die endgültige Zuteilung der Personen erfolgt aber meist kurzfristig", sagt eine Sprecherin des Landratsamtes.

Da es sich um eine Erstunterbringung handelt, ist der Landkreis für die Asylbewerber zuständig. "Mich erreichen Reaktionen aus der Bevölkerung, dass bei manchen eine Verunsicherung hinsichtlich der Flüchtlingssituation besteht. Diese Stimmen nehme ich sehr ernst", betont Landrat Dr. Matthias Neth.
Vor Ort versucht man gegenzusteuern. Am 20. Januar hat der Landkreis eine Bürgerinformationsveranstaltung durchgeführt. Alle Ängste konnten dabei nicht abgebaut werden.

Es seien ungefähr 250 Personen dagewesen, die Reaktionen seien unterschiedlich ausgefallen, heißt es aus dem Ingelfinger Rathaus. Einige Kochertäler sind skeptisch, andere werden aktiv und wollen helfen. "Am Freitag haben sich interessierte Bürgerinnen und Bürger getroffen, um einen Arbeitskreis Asyl zu gründen", so Michael Bauer gegenüber der HZ.

Offensive

Der Landkreis will ebenfalls auf Transparenz setzen. "Auf die Unsicherheit reagieren wir schon jetzt mit Informationsveranstaltungen. Auch werden wir im Hohenloher Integrationsbündnis 2015 eine Informationsoffensive starten, um die Bevölkerung umfassend zu informieren und Verunsicherungen vorzubeugen", kündigt Mathias Neth an. "Die Herausforderungen der Flüchtlingssituation vor Ort zu lösen ist eine Aufgabe von uns allen", sagt der Landrat weiter und ergänzt: "Eine einfache Lösung gibt es nicht."

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