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Unrat reicht vom alten Teppich bis zur Unterhose

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Vor einem großen Müllcontainer beim Obersulmer Kinderhaus türmt sich der Unrat. Ein rostiger Fahrradrahmen, das Gehäuse eines alten Videorekorders, Fahrrad- und Autoreifen, Glasflaschen, eine große Plastikregentonne sowie Säcke mit jeder Menge Verpackungsmüll summieren sich auf 3,5 Kubikmeter Abfall. Im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprojekts "Schulpark am Michelbach" betätigen sich am Samstag 54 Schüler der 10. Klassen des Evangelischen Paul-Distelbarth-Gymnasiums Obersulm als Umweltschützer.

Gemeinsam mit ihren Lehrern Ulrich Marz, Jens Brake, Christof Schellbacher, Brigitte Claus-Marz, Katharina Istler und Manuela Schopf sowie Martin Möller vom Bauamt der Gemeinde säubern die Schüler die Ufer und das Bachbett des Michelbachs zwischen Eschenau und dem Aldi-Markt in Affaltrach von Müll und Unrat. Die Schüler sammeln zwei Stunden, dann ist es geschafft: Rund drei Kilometer Uferstrecke und Bachbett sind abfallfrei.

Am Samstagmorgen herrscht auf dem Parkplatz des Obersulmer Freibads reger Betrieb. Nachhaltigkeits-AG-Leiter Jens Brake und seine Lehrerkollegen entladen den von Sponsoren finanzierten Projektanhänger. Sie stellen Plastikeimer, Müllgreifer, Müllsäcke und Einmalhandschuhe bereit.

Gruppen

Nach und nach treffen die Zehntklässler des evangelischen Paul-Distelbarth-Gymnasiums ein. Die Lehrer teilen sie in sechs Sammelgruppen ein, und die Schüler versorgen sich mit Sammelutensilien. "Da hinten liegt ein zusammengerollter Teppich im Ufergebüsch, den könnt ihr gleich bergen", gibt Ulrich Marz erste Anweisungen an seine Gruppe. "Ich glaube, das wird uns Spaß machen", meint Hannah Baumann. "Ein bisschen früh, und vor allem am freien Samstag", gähnt Fabian Pfaff. Seine Gruppe geht den Uferweg nach Eschenau und arbeitet sich in Richtung Kinderhaus am Michelbachufer vorwärts. Jens Brake sammelt mit Auto und Anhänger die vollen Müllsäcke und anderen Unrat ein. Hinter den Affaltracher Verbrauchermärkten von Rewe und Aldi starten vier Gruppen.

"Das ist ja Wahnsinn", empört sich Lehrerin Katharina Istler über die Verschmutzung. Sandra Repp steht mit ihren Gummistiefeln im Bachbett und holt mit dem Müllgreifer Plastiktaschen, leere Flaschen, Styroporstücke und anderen Unrat aus dem Wasser. Sophia Schweikert findet einen alten Regenschirm. Eine Unterhose, eine Einmalspritze mit Nadel oder ein Rollladen gehören zur Sammelbeute der Schüler.

Aktion

"Der Bachbereich hinter den beiden Verbrauchermärkten war wirklich am stärksten verschmutzt", berichtet Ulrich Marz nach Abschluss der Aktion. "Ganz schön abartig, was die Leute so wegwerfen", entrüstet sich Samuel Busch. "Für mich ist eine Konsequenz dieser Aktion, künftig mehr auf einen sorgfältigeren Umgang mit der Umwelt zu achten", erklärt Annina Schwarz.

Zur Belohnung gibt es Brezeln und Apfelschorle. "Ich kann den Schülern und ihren Lehrern für diese tolle Putzaktion im Namen der Gemeinde nur Danke sagen", lobt Martin Möller.
 

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