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Netzwerk warnt vor Zunahme rechter Gewalt

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Seit Kurzem nennen sie sich "Netzwerk gegen Rechts Heilbronn", haben extrem rechte Aktivitäten in der Region Heilbronn vom Vorjahr zusammengetragen. Jüngste Entwicklungen, dass rassistische Hetze und Gewalt auch bei uns zunehmen, "ist besorgniserregend", urteilt Student Stefan Reiner (24). Da spiegele sich ein bundesweiter Trend auch in unserer Region wider.

Fliegende Steine und Flaschen gegen Flüchtlingsunterkünfte in Ellhofen und Heilbronn, der Einsatz eines pyrotechnischen Topfes in Wertheim, Brandanschläge auf geplante Unterkünfte von Flüchtlingen in Künzelsau und Neuenstein: Für Stefan Reiner sind dies einige krasse Beispiele von Gewalt, die sich im Fahrt aufnehmenden Landtagswahlkampf seiner Meinung nach noch verschärfen könnten.

Nicht hinnehmen

Was tun? Man müsse öffentlich Gegenpositionen vertreten und dürfe weder solche Übergriffe noch populistische Hetze, die den Boden bereite, hinnehmen, betont Verdi-Gewerkschaftssekretärin Katharina Kaupp (31).

Die Attacke junger, mit Mundschutz verkleideter mutmaßlich linker Aktivisten auf einen AfD-Stand in Heilbronn verurteilen die Netzwerker indes nicht. "Kreatives Straßentheater" nennt Kaupp dies, wenn mit Sprühfarbe etwas auf den Boden geschrieben werde. Und wenn bei der Tat etwas zerstört wird? Das sei in einem Zeugenvideo nicht sichtbar, und sie hätten auch "kein Mandat, sich dazu zu äußern", ist die Antwort. Im Netzwerk gibt es keine Vorstände oder Sprecher, viele Verbände von Verdi, Jusos, Grüner Jugend oder der Linken sind beteiligt.

Bestätigung

Dass es eine aktive rechte Szene in der Region gibt, steht für Reiner und Kaupp nicht erst seit jüngsten Demos in Öhringen und rassistischen Äußerungen des Heilbronner Bloggers Karl Michael Merkle fest. Als der NSU-Ausschuss des Stuttgarter Landtags die Heilbronner Polizei zuletzt kritisierte, rechtsextremistische Tendenzen zu verharmlosen, war das für das Netzwerk "eine Bestätigung für das, was wir seit Jahren sagen", finden Reiner und Kaupp. Wichtig sei, dass die Zivilgesellschaft zeige, dass rassistische Äußerungen und Taten hier "keinen Platz haben"

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