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Neues Sicherheitskonzept im EM-Fandorf

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Fußballbegeisterte können bei der Europameisterschaft im Sommer auf der Heilbronner Theresienwiese wieder eine große Party und ihre Nationalmannschaft feiern. Vom 10. Juni bis zum 10. Juli öffnet das EM-Fandorf seine Pforten. Der Veranstalter, die stadteigene Heilbronn Marketing GmbH (HMG), rechnet mit insgesamt rund 80 000 Besuchern bei den Live-Übertragungen auf der großen Leinwand. Es ist seit der WM 2006 das sechste Fandorf der HMG bei den großen Fußballturnieren. Es soll wieder das größte in Baden-Württemberg werden und in puncto Sicherheit neue Maßstäbe setzen.

HMG-Geschäftsführer Steffen Schoch beschrieb das Fandorf gestern bei der Pressekonferenz beim Titelsponsor Kreissparkasse als "Karneval im Juni". Heilbronn sei weltoffen und auch das Fandorf solle weltoffen sein. Er verhehlte nicht, dass das neue Sicherheitskonzept auch unter dem Eindruck der Übergriffe an Silvester entstand. "Das sensibilisiert." Allerdings sei das große Sicherheitspaket vor allem der Entwicklung bei Großveranstaltungen insgesamt geschuldet. "Wir möchten einfach technisch machen, was möglich ist." Und HMG-Partner Stefan Hamann ergänzte: "Wir wollen ein friedliches und stimmungsvolles Fandorf genießen."

Kapazitätsgrenze

Für mehr Sicherheit hat die HMG die Kapazität verringert, indem sie das eingezäunte Gelände auf der Theresienwiese verkleinerte. Früher war genügend Platz für 28 000 Zuschauer, bei der EM werden es höchstens 20 000 sein. Wobei diese Menge wohl ausreichend sein wird. Denn selbst beim WM-Endspiel von Jogis Jungs vor zwei Jahren strömten "nur" 20 000 Besucher ins Fandorf. An den Eingängen zum EM-Dorf werden die Kontrollen, die bisher schon Fußball-Bundesliga-Niveau hatten, verschärft. Außerdem wird es auf dem Gelände Videoüberwachung geben. Die Patrouillen der Sicherheitskräfte sind auch mit Kameras unterwegs.

Auch die Polizei rüstet auf. Bei den "Hochrisikospielen" der deutschen und türkischen Nationalmannschaft "sind wir verstärkt im Einsatz", sagte der stellvertretende Heilbronner Revierleiter Joachim Ebel. Allerdings betonte er auch: "So tumultartige Szenen wie in Köln an Silvester hatten wir in Heilbronn noch nicht." Der Veranstalter rechnet in der EM-Vorrunde bei diesen Spielen mit jeweils rund 10 000 Zuschauern. Die Bundespolizei will ebenso "starke Präsenz" in Heilbronn zeigen, kündigte Dieter Natterer für seine Kollegen an. Nicht nur am Hauptbahnhof, sondern auch in den Stadtbahnen sowie den Haltestellen. Erfahrungsgemäß reisen bis zu 60 Prozent der Fans mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln an.

Integration

Für HMG-Geschäftsführer Steffen Schoch hat das Fandorf in einer Stadt, in der Menschen aus 140 Ländern leben, auch etwas mit Integration zu tun. "Es wird ein interkulturelles Miteinander beim Fußball." Darum ist Heilbronns Integrationsbeauftragte Roswitha Keicher mit im Boot. Ihr Team wird für die "neuen Mitbürger" ein Infoflugblatt in verschiedenen Sprachen auflegen, das über die Netzwerke der städtischen Stabsstelle Integration vertrieben wird. Keicher will zudem den Kontakt zu Ehrenamtlichen in Asylhelferkreisen suchen. Auch der Fandorf-Einsatz von kulturellen Mittlern, die bei der Stabsstelle beschäftigt sind, sei möglich.

 

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