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Musik, die von Perfektion lebt

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Valentin Koch wirkt fast etwas schüchtern, als er die Bühne des Kokolores betritt. Doch als er seiner Gitarre die ersten Töne entlockt, ist sofort klar: Der 19-jährige Künzelsauer beherrscht sein Instrument. Zusammen mit seiner Band präsentiert der Bundespreisträger von "Jugend musiziert" Eigenkompositionen von seinem Album "New Dimensions" sowie neue Stücke, die er bisher noch nicht vor Publikum gespielt hat.

Stimmung

Die ersten beiden Lieder klingen rockig. Dafür sorgt neben Kochs ausgezeichnetem Spiel auch die Band, bestehend aus zwei weiteren Gitarren, Keyboard, E-Bass und Schlagzeug.

Sie spielen harmonisch, geben den Stücken ein gutes Fundament, doch es ist eindeutig Koch, der im Mittelpunkt steht und begeistert. Mit dem Titel "In the Mood" versetzt der Musiker das Publikum wortwörtlich in Stimmung, und zwar in eine äußerst gute. Schnell hat er die Zuhörer in seinen Bann gezogen. Er ist technisch versiert, wirkt sehr sicher an seinem Instrument.

Zum Kennenlernen lässt er allein die Musik sprechen. Erst nach dem zweiten Stück meldet sich der 19-Jährige zu Wort und begrüßt die Zuhörer. Koch wirkt zurückhaltend, ist voll auf das Spiel konzentriert und das beherrscht er nahezu perfekt.

Funk

Es folgt ein deutlicher Stilwechsel: "Jetzt kommt ein bisschen Funk", verspricht Koch. Der Bass nimmt in diesem Stück zwar eine größere Rolle ein, doch Koch dominiert und begeistert weiterhin. Und auch die ruhigeren und sanfteren Töne des folgenden Liedes kommen bei den Zuhörern an. Die Musiker zeigen, dass es auch in der Rock- und Popmusik nicht immer Gesang braucht, um eine Botschaft zu vermitteln.

Im Lauf des Konzerts wechselt Koch immer wieder zwischen akustischer und elektrischer Gitarre. Doch egal auf welchem Instrument er spielt: Das Spiel ist fein, die Töne erklingen sauber und auf den Punkt. Die Soli des Gitarristen sind gut abgestimmt und eingebettet in das Spiel der Band.

Technik

Die Musik lebt von der Perfektion, alles scheint genau durchgetaktet. Improvisationen oder leidenschaftliche Ausbrüche, gibt es an diesem Abend dagegen nicht zu sehen. Es steht eindeutig die Technik im Vordergrund. Das fällt besonders bei "American Dream" auf, ein verhältnismäßig langes und gefühlvolles Stück. Die hellen, sanften Töne vom Anfang werden durch melancholische abgelöst. Allmählich steigt das Tempo, es wird rockig. Koch spielt ein Solo, bevor sich die Geschwindigkeit wieder verringert und das Lied langsam ausklingt.

Koch wirkt konzentriert, voll fokussiert auf sein Instrument, was sich in einem fast makellosen Spiel widerspiegelt. Er scheint zufrieden, aber nicht enthusiastisch.

Beim letzten Stück scheinen die Musiker richtig aufzutauen: Koch stellt seine Band vor, jedes Instrument samt Spieler kommt einzeln zur Geltung. Danach nimmt die Gruppe das Spiel wieder gemeinsam auf, lässt das Lied und damit den Abend energiegeladen und kraftvoll ausklingen. Musik, die von ihrer Perfektion lebt.
 

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