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Klarheit nicht vor März

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Der Blindgängerverdacht an der Edisonstraße Heilbronn ist eine verzwickte Sache. An den Fund heranzukommen, ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Das Gebiet wird an einem Sonntag nicht vor März in einem Radius von mindestens 250 Metern geräumt. Damit sind die zuvor genannten möglichen Termin vom Tisch.

Ob es sich bei den Gegenständen um eine Bombe handelt, zeigt sich, wenn die Stelle freigelegt ist. "Es ist keine Gefahr in Verzug", sagt Christiane Ehrhardt, Leiterin des Amts für Straßenwesen in Heilbronn. Ihr zufolge liegen zwei metallische Gegenstände drei Meter voneinander entfernt. Einer befindet sich in 3,50 Metern Tiefe, der andere versteckt sich 6,50 Meter unter der Erde.

Das Komplizierte am Fundort: Wegen des nahen Neckars stößt man bei Grabungen bereits nach vier Metern auf Grundwasser. Und das macht es schwierig. Eine trockene und sichere Baugrube ist die Voraussetzung, um die Gegenstände freizulegen. Der Plan: Bauarbeiter bohren einen Brunnen und pumpen Grundwasser ab, das auf Schadstoffe untersucht wird. Stellt sich heraus, dass es kontaminiert ist – in einem Industriegebiet nicht unwahrscheinlich –, darf es nicht dem Neckar zugeführt werden, sondern der Kanalisation.

Räumung

Das Prozedere dauert. An einem Sonntag wird das Gebiet beim Fundort in einem Radius von 250 Metern evakuiert. Fest steht: "Es wird März oder April, aber sicher nicht an Ostern oder am Tag der Landtagswahl", sagt Ehrhardt. Dann arbeiten sich Experten an die Gegenstände heran. Liegen sie frei und es stellt sich heraus, dass es sich um einen Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, wird der Radius der Räumung auf 500 Meter erweitert. Wenn sichergestellt ist, dass sich auch im vergrößerten Sperrgebiet niemand aufhält, entschärfen Spezialisten den Blindgänger. Die Stadt informiert Anwohner zwei Wochen vorher.

Die Aktion hatte eine lange Vorlaufszeit. Wie bei derartigen Bauprojekten üblich, hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg Luftbilder ausgewertet, die Bombeneinschläge im Zweiten Weltkrieg dokumentieren. Im Januar 2015 lag das Ergebnis vor. Die Verdachtspunkte unter der Erde waren ausgemacht. Dass man den Blindgängern zu einem späteren Zeitpunkt während der Bauarbeiten auf den Grund gehen muss, stand fest. Diese Arbeiten sind Ehrhardt zufolge zum Teil in die Ausschreibung aufgenommen worden. Sie rechnet mit Kosten im sechsstelligen Euro-Bereich. Weitere Verdachtspunkte gibt es dort nicht, sagt sie: "Aber ausschließen kann man nichts."

Verständnis

Die Stadt hat Kontakt zu Anwohnern aufgenommen. Viele Reaktionen hat Christiane Ehrhardt bekommen: "Sie sind alle positiv. Es gibt keinen, der kein Verständnis hat." Die Stadt fordert Anwohner, die noch keine Post vom Amt bekommen haben, auf, sich per E-Mail oder telefonisch unter 07131 563501 zu melden.
 

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