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Schon wieder marode

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Und täglich grüßt das Murmeltier in der Heilbronner Kaiserstraße. Jedenfalls was das Pflaster angeht, in dem die Stadtbahngleise verlegt sind. Vor rund 20 Jahren bekam die Nobelmeile den neuen Belag mit den optisch anspruchsvollen Granitsteinen. Doch die Risse, Senkungen und Brüche und ihre Reparatur sind so alt wie das Pflaster selbst in der Vorzeigestraße. Keiner hat die Reparaturen gezählt, die nötig waren, um den Belag verkehrssicher zu erhalten und die zahlreichen Stolperfallen in den Griff zu bekommen.

Die letzte Sanierung ist vier Jahre her. Damals bekam die Kaiserstraße ein völlig neu konzipiertes Bett, von dem sich die Planer Besserung erhofft hatten. Zuerst waren 1,2 Millionen Euro für die Runderneuerung eingeplant. Es wurden am Ende 1,9 Millionen Euro. Doch heute sieht der Belag schon wieder so kaputt wie eh und je aus. Das Murmeltier will einfach nicht aufhören, täglich zu grüßen.

Neue alte Schäden

Die Schäden am oberen und unteren Ende der Kaiserstraße zwischen Ebert-Brücke und Kramstraße sind deutlich sichtbar und wären durchaus plausibel zu erklären. Denn diese beiden Teilstücke wurden von der Grunderneuerung 2012 ausgespart, hier liegt noch der alte Trassenunterbau vor. Der Grund für diese Aussparung war unter anderem Zeitdruck. Für die Sanierung musste die Kaiserstraße voll gesperrt werden. Die neue Route der Stadtbahn-Nord sollte unbedingt fertig werden, bevor das Weindorf 2012 seine Pforten öffnet.

Allerdings sieht der Belag zwischen den Endabschnitten nicht viel besser aus. Etwa auf Höhe des Restaurants Vapiano haben die fleißigen Ausbesserer vom Betriebsamt offenbar schon kapituliert. Zwischen den Stadtbahngleisen sind die Pflastersteine auf einem rund zwei Meter langen Stück durch Teer ersetzt. Im angrenzenden Pflaster fehlt die Fugenmasse, die Steine lassen sich mit bloßer Hand rütteln.

Klaus Dietz kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Der 67-Jährige fährt fast täglich mit der Stadtbahn, beobachtet den Verfall des Kaiserstraßenbelags schon lange – und ärgert sich sehr darüber. Dem pensionierten Heilbronner Diplom-Ingenieur, der früher in der Luft- und Raumfahrttechnik-Branche arbeitete, sagt, "dass die Schäden denen vor der Sanierung 2012 gleichen". Klaus Dietz hat deshalb einen Brief an die Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehr GmbH, das Eisenbahnbundesamt und das Polizeipräsidium geschrieben, damit etwas geschieht. Der 67-Jährige hält das Gewicht der Stadtbahn für die Ursache der regelmäßigen Schäden. "Es handelt sich ja eigentlich um eine Hochleistungsbahn für außerorts."

Etat

Im Rathaus ist das Problem bekannt. "Wir beobachten das schon eine ganze Weile", erklärt Christiane Ehrhardt, Leiterin des Amtes für Straßenwesen. Ziel sei es bisher, die Verkehrssicherheit zu erhalten. "Denn die Sanierung ist etwas Größeres, da müssen wir die Kaiserstraße voll sperren. Das kostet viel Geld." Wie viel etwa, kann die Amtsleiterin nicht sagen. Die nötige Summe solle aber erst im Haushalt 2017/18 eingestellt werden. Erst dann könne die Sanierung erfolgen. Die häufigen Risse erklärt sich Christiane Ehrhardt so: "Möglicherweise hat das mit dem verwendeten Material zu tun. Bei der Materialwahl geht die Entwicklung über die Jahre hinweg ja immer weiter."
 

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