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Viel Unterstützung für junge Spanier

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Die jungen Spanier sind im Rahmen des Projekts MobiPro-EU in die Region Heilbronn-Franken gekommen. Die Bundesagentur für Arbeit stellt dafür gut eine Million Euro zur Verfügung – macht knapp 43 500 Euro pro Teilnehmer. Projektträger für die Durchführung von Sprachkursen und die sozialpädagogische Betreuung sind der Bildungspark Heilbronn-Franken und die Diakonische Jugendhilfe Region Heilbronn (DJHN). Auch die Handwerkskammer Heilbronn-Franken ist beteiligt, sie hat etwa bei den Betrieben für eine Teilnahme an dem Projekt geworben.

Von den 33 ausgesuchten Kandidaten sind 23 übrig geblieben, die eine Ausbildung bei einem regionalen Handwerksbetrieb machen. "Es lief nicht ganz reibungslos", räumt Peter Ande vom Bildungspark ein. Da man die Berufe vorgegeben habe, seien einige Spanier in für sie unpassenden Berufen gelandet. "Rund ein Drittel der Azubis hat den Betrieb gewechselt", berichtet Ande. Zehn haben sich gegen eine Ausbildung in Deutschland entschieden.

Für Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, ist das Projekt ein gutes Beispiel dafür, dass Europa auch im Kleinen zusammenwächst. Die jungen Leute verdienten Respekt für ihren Mut, eine Ausbildung in einem fremden Land zu beginnen. Schnörr lobt auch die Betriebe, die neue Wege bei der Nachwuchsgewinnung gehen.

Hilfe

Damit die Integration nicht nur im Betrieb, sondern auch im deutschen Alltag gelingt, erhalten die spanischen Lehrlinge vielfältige Unterstützung. Sie bekommen mindestens 818 Euro pro Monat – sollte die reguläre Ausbildungsvergütung darunter liegen, wird aus Projektmitteln bis zu diesem Betrag aufgestockt. Außerdem gibt es einen Reisekostenzuschuss von 300 Euro für den Flug in die Heimat.

Mindestens genauso wichtig wie das Geld ist aber die Hilfe des Bildungsparks und der Diakonischen Jugendhilfe (DJHN). Monika Bolz und ihre DJHN-Kolleginnen sind quasi Mädchen für alles. Von der Wohnungssuche über die Frage, wie die Spanier zur Arbeit, in die Berufsschule oder zum Sprachkurs kommen über Arztsuche, Behördengänge, Bankkonto und Internetanschluss einrichten oder Telefonvertrag abschließen reicht die Palette an Unterstützungsangeboten, die vor allem in der Anfangsphase stark nachgefragt waren.

Monika Bolz organisiert mit ihrem Team auch gemeinsame Freizeitaktivitäten und hält regelmäßigen Kontakt mit den spanischen Auszubildenden. "Jeden Teilnehmer kontaktiere ich mindestens einmal pro Woche", sagt die DJHN-Mitarbeiterin. Als Segen für die Kommunikation erweist sich Bolz zufolge das Smartphone. "Das läuft fast alles über Whatsapp, anders wäre es echt schwierig", sagt sie. Mit dem Smartphone sind die Spanier in der Lage, auch komplexe deutsche Formulare und Dokumente in ihre Muttersprache zu übersetzen – eine große Erleichterung, auch für die DJHN-Helfer.

Fortsetzung

Das MobiPro-EU-Projekt geht in diesem Jahr mit den regionalen Kooperationspartnern in die nächste Runde. Auch die IHK Heilbronn-Franken beteiligt sich an dem Projekt: Derzeit machen 22 junge Menschen aus Spanien eine Ausbildung in Unternehmen im Kammerbezirk.
 

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