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Sechs Wochen lang dreht sich in Heilbronn alles um Literatur für junge Menschen. Vom 4. April bis 13. Mai richtet die Stadt die 22. Baden-Württembergischen Kinder- und Jugendliteraturtage aus. Das Programm, da sich an Vier- bis 18-Jährige richtet, steht, und seit Montag kann man sich auch online anmelden. 130 Veranstaltungen sind es geworden, überwiegend bei freiem Eintritt. In den sechs Wochen gibt es nur einen literaturfreien Tag, ansonsten wird täglich gelesen, geschrieben und diskutiert.

Heilbronns Kulturbürgermeisterin Agnes Christner träumt sich angesichts der Vielfalt sogar in die Kindheit zurück: "Da wäre man gern noch mal Zielgruppe." Das darf sie auch sein, schließlich werden mit vielen Veranstaltung auch Eltern und Großeltern angesprochen.

Beispiel Paul Maar: Mit seiner Schöpfung, dem Sams, ist schon die Elterngeneration heutiger Schüler groß geworden. Er kommt am Freitag und Samstag, 29. und 30. April, zu mehreren Veranstaltungen nach Heilbronn. Für Erwachsene gibt es einen Abend "Autor im Gespräch" mit SWR-Moderator Wolfgang Niess. Kinder können ihn bei einer Lesung und bei einer Kinder-Pressekonferenz mit der Heilbronner Stimme, die Kooperationspartner der Literaturtage ist, erleben.

Große Namen

Als weitere große Namen nennt Monika Ziller, Leiterin der Stadtbibliothek, die Autoren Zoran Drvenkar, Jens Sparschuh, Manfred Mai, Jana Frey oder Jörg Hilbert, die aus ihren Büchern lesen, den Schauspieler Ercan Altun, der Jugendbücher vorstellt, oder Thomas Feibel, Medienexperte beim Thema Kinder und Computer.

Und dann wäre da noch Wladimir Kaminer, der am 28. April zu einer Lesung aus seinem Buch "Coole Eltern leben länger" in den Gumbel-Saal der Volksbank kommt. Das Bankhaus ist Hauptsponsor der Literaturtage: 15 000 Euro des Gesamtetats von 75 000 Euro kommen von der Volksbank. "Als Genossenschaft ist es uns eine Herzensangelegenheit, die Lesebildung und damit auch die politische Bildung zu unterstützen", sagt deren Sprecher Sascha Straub.

Arbeitsplatzlesungen

Mit im Boot sind neben der Stadtbibliothek auch städtische Institutionen wie die Volkshochschule, das Junge Theater Boxx, die Städtischen Museen oder das Stadtarchiv. Die Zahl der Orte, an denen die Literaturtage stattfinden, ist aber weit größer. Nicolai Köppel, externer Projektleiter, nennt als Beispiel über 20 Arbeitsplatzlesungen unter dem Titel "Lesungen an spannenden Orten".

So berichtet zum Beispiel OB Harry Mergel in seinem Amtszimmer von seiner Arbeit und übernimmt die Vorleserrolle. Weitere Vorleser sind Theaterintendant Axel Vornam, Bundesgartenschau-Geschäftsführer Hanspeter Faas, Sozialgerichtspräsidentin Gabriele Wolpert-Kilian oder Stadtarchivleiter Christhard Schrenk. Dazu gibt es thematische Lesung etwa im Salzbergwerk, im Türmerzimmer der Kilianskirche oder im Böckinger Eisenbahnmuseum.
Und weil Literatur nicht nur konsumiert sein will, sondern es auch Menschen geben muss, die sie produzieren, werden verschiedene Workshop-Formate angeboten: von der Papierherstellung bis zu comicbasierten Erzählformen.
Wichtig ist Monika Ziller zudem, dass die Literaturtage auch eine regionale Verwurzelung haben: der 1933 in Löwenstein verstorbene Manfred Kyber spielt da eine Rolle, aber auch lebende Autoren wie Lutz Hübner oder Hannes Klug.
 

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