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Kampf mit Wetter

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Wenig erfreut war der Grünen-Kandidat für den Wahlkreis Eppingen, Jürgen Winkler, als er vergangene Woche auf der Landesstraße zwischen Gemmingen und Richen unterwegs war. Eines seiner großformatigen Wahlplakate war mit einem Messer in Einzelteile zerlegt worden. Auch zu diesem Wahlkampf gehört der Kampf gegen den Vandalismus – und das Wetter.

Tief Ruzica

Denn die meisten Wahlhelfer erlebten schon kurz nachdem sie die Plakate aufgehängt hatten den ersten Rückschlag. Tief Ruzica hatte nicht nur die Rosenmontagsumzüge auf dem Gewissen, sondern auch so manches Konterfei der Politiker, die sich für die Landtagswahl doch von ihrer besten Seite zeigen wollten. Also hieß es: Abermals raus und retten, was zu retten ist.

"Die Plakate sind heute ja aus Kunststoff, die kann man meistens reparieren, wenn nur die Ösen ausgerissen sind", erklärt Bernd Sepbach, Geschäftsführer der CDU-Kreisgeschäftsstelle. Glücklicherweise seien aber 95 Prozent der Plakate unbeschadet durch den Sturm gekommen. Noch weniger Probleme hatte bisher die SPD, auch wenn David Mayer vom Abgeordnetenbüro Rainer Hinderer das Wetter in diesem Jahr für besonders "ungnädig" hält.

Häufiger Wechsel

Die drei großen Parteien im Land können auf zahlreiche Helfer aus den Ortsvereinen zurückgreifen. Auf 150 bis 200 kommt zum Beispiel die CDU. Sie alle arbeiten bei den Großplakaten zusätzlich mit Agenturen zusammen, die Wände aufstellen und bekleben. Der Vorteil hier: Während des Wahlkampfs werden diese Großplakate mehrfach erneuert, um mit unterschiedlichen Motiven auf sich aufmerksam zu machen. Schmierereien haben somit nicht allzu lange Bestand.
Die Grünen im Wahlkreis Eppingen wurden teilweise auch selbst noch aktiv, indem sie Bauzaunelemente zu Plakatständern umfunktionierten. "Als Landwirt hat man natürlich auch Zugang zu Flächen, die sich gut dafür eignen", erklärt Kandidat Jürgen Winkler. Insgesamt waren für ihn im Wahlkreis Eppingen um die 30 Helfer im Einsatz – deutlich mehr als etwa die acht bis zehn aus den FDP-Ortsverbänden im Wahlkreis Neckarsulm, die für ihren Kandidaten Harald Zeplin 200 Doppelplakate aufgehängt haben. "Und außer durch den Wind hatten wir bisher auch noch keine Schäden zu beklagen", so Zeplin.
 
Die Polizei bestätigt die Einschätzung. Einzige Auffälligkeit: Die Plakate der AfD würden etwas häufiger beschmiert oder zerstört als die anderer Parteien. Der einzige Tatverdächtige, der den Beamten bislang in Eppingen ins Netz ging, hatte allerdings wahllos Plakate verschiedener Parteien beschädigt. Ähnliches sei bislang nicht vorgekommen, erklärt Sprecher Rainer Ott.
 
Zum Wahlkampf gehören ansonsten Besuche der Parteiprominenz sowie der klassische Infostand in der Fußgängerzone, wo es natürlich die typischen Giveaways wie den Kugelschreiber in Parteifarbe gibt. Unterstützung für beides kommt hier in der Regel aus den Landesverbänden. Doch auch sie sind sehr unterschiedlich aufgestellt. So arbeiten bei den Grünen in der Landesgeschäftsstelle 17 Hauptamtliche. Im Vorfeld des Wahlkampfs wurde hier kräftig aufgestockt. In der FDP-Geschäftsstelle in Stuttgart arbeiten dagegen nur sechs Mitarbeiter plus ein Ehrenamtlicher in Vollzeit. Doch ob viel immer viel hilft? Bei der FDP ist man auch der Meinung, dass die Konkurrenz vielleicht etwas übers Ziel hinausschießt und manchmal mehr Plakate aufhängt, als die Städte und Gemeinden erlauben.
 

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