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Tor am Limes blüht auf

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Das Blau wünscht sich Dr. Stephan Bender noch etwas heller, das Grün intensiver und die kaiserliche Farbe eher weinrot. Der Limeskoordinator des Landesdenkmalamtes hat den Entwurf erarbeitet, Maler Rüdiger Honold aus Mainhardt erste Farbmuster vorgelegt, Schüler der Richard-von-Weizsäcker-Schule schwingen die Pinsel. Bis zur Landesgartenschau soll das Limes-Tor am östlichen Stadteingang von Öhringen in leuchtenden Farben erstrahlen. Bunt wird vor allem die Schauseite in Richtung Osten, dorthin, von wo sich vor rund 1800 Jahren die Barbaren dem römischen Herrschaftsbereich näherten.

Nein, es gebe keine historischen Farbbefunde an originalen Limeshölzern, sagt Stephan Bender. Doch naturbelassene Steine oder rohes Holz sei in der antiken Architektur nicht vorgesehen: "Die Römer waren bemüht, Farbigkeit zu erzielen." Und deshalb bemühte sich der Wissenschaftler, der dieses Vorhaben experimenteller Archäologie betreut, Farben für das Limes-Tor zu finden, wie sie auch die alten Römer hätten gewählt haben können.

An der Kaiserfarbe Rot kam Bender nicht vorbei. Sie ist auf antiken Steinbauten erhalten. Der Sockelbereich der Palisaden und die tragenden Teile des Tores werden rot gestrichen. Der restliche Teil der Palisaden wird weiß. Bei den vier Torflügeln setzt Bender auf Farbsymbolik: Der untere Bereich wird mit den erdverbundenen Farben Braun und Grün gestrichen, der obere, durchbrochene Teil in den Himmels- und Sonnenfarben Blau und Gelb.

Die Arbeit vor Ort übernehmen – unter fachlicher Anleitung von Rüdiger Honold – Schüler der zweijährigen Berufsfachschule, des Berufseinstiegsjahres, der Vorqualifizierung Arbeit/Beruf und der Kooperationsklasse. Die Schule habe kurzfristig zugesagt, die Arbeiten zu übernehmen, freut sich Doris Köhler vom Verein Jugend und Arbeit.

Bürsten und pinseln

Zuerst werden die Schüler – rund ein Dutzend sollen gleichzeitig im Einsatz sein – mit Wurzelbürsten das Holz reinigen. Anschließend tragen sie die Farbe auf. Diese wird jedoch nicht, wie bei den Römern, auf der Grundlage von Kasein oder Kalk gemischt, sondern neuzeitlich auf Leinölbasis. "Wir mussten Rücksicht nehmen auf die Anforderungen", sagt Stephan Bender. Schließlich stehen am Öhringer Limes-Tor nicht allzeit Legionäre zum Nachpinseln bereit. Bender: "Die Farbe soll zumindest während der Landesgartenschau von April bis Oktober halten."
 

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