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Cobain ist im Himmel

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Eine Wiese auf einer Anhöhe zwischen Mulfingen und Buchenbach. Oben angekommen: ein einzigartiger Blick aufs Jagsttal. "Himmelreich" wird dieser Fleck seit Jahrhunderten genannt. Und nach ihm benannte sich auch der Mulfinger Kulturverein. "Bei der Namensgebung war es den Verantwortlichen wichtig, einen Bezugspunkt zu Mulfingen und dem Jagsttal herzustellen", erzählt Rolf Dörr, der erste Vorsitzende.

Anfänge

Im Jahr 1997 wurde der Verein mit rund einem Dutzend Mitgliedern zur Förderung des kulturellen Lebens gegründet. Die Gemeinde stellt den ehemaligen Farrenstall zur Verfügung. Er wird von den jungen Mulfingern renoviert und ein Jahr später als "Himmelreich" eröffnet. Ein großzügiger Raum mit Bühne, Tanzfläche und Thekenbereich ist dort entstanden.

Am Grundkonzept habe sich bis heute wenig geändert: Das Himmelreich ist jeden Donnerstag und Samstag geöffnet. Bei regulärem Thekenbetrieb steht ein Tischkicker auf der Bühne, mitten im Raum gibt es einen Billardtisch. Hier haben die Mulfinger die Möglichkeit, zusammen zu kommen. "Wir sind ja das Einzige, was da ist", scherzt Rolf Dörr.

Daneben organisiert der Verein immer wieder Dia-Vorträge, den letzten über eine Reise ins Himalaya-Gebirge, engagiert sich beim Kinderferienprogramm oder bietet Kabarett und Puppentheater für Kinder und Erwachsene an. "Das traditionelle Kulturgut darf wegen der ländlichen Lokation auch nicht fehlen", sagt Dörr. Und deshalb finde jedes Jahr ein Maifest, ein Schlachtfest und ein Zwiebelblootzessen im Himmelreich statt.

Musikalische Vielfalt

Doch der Fokus der Veranstaltungen habe schon immer auf den Konzerten gelegen. Das spiegle sich unter anderem am baulichen Konzept mit der integrierten Bühne wieder. Der Verein möchte die Musik in einer "speziellen Clubatmosphäre" präsentieren. "Wir wollen keinen Mainstream, nicht die Hitparade rauf und runter", erklärt der Vorstand. Man lege großen Wert auf musikalische Vielfalt: Von Blues und Soul, über Reggae und Grunge, bis hin zu Krautrock, Funk und Techno - aus jedem dieser Genre waren schon Musiker im Himmelreich vertreten. Und die stammen nicht nur aus Hohenlohe, sondern ganz Deutschland oder sogar Kroatien.

Neben dem abwechslungsreichen Angebot verschiedener Stilrichtungen gibt es eine weitere Faustregel was die Auswahl der Acts angeht: "Es ist uns wichtig, dass das Repertoire der Band aus Eigenkompositionen besteht", erzählt der 30-Jährige Informatiker. Coverbands, die nur gebucht werden, um möglichst viele Leute anzulocken, würde man im Himmelreich nicht finden. Das Konzept scheint aufzugehen: Mit 100 bis 120 Besuchern pro Konzert stoße man fast immer an die Kapazitätsgrenze. Und damit scheint der Vorstand ausgesprochen zufrieden: "Wir haben hier im Himmelreich die Freiheit, etwas ganz ohne Profitgier zu machen." Es gehe nicht darum, möglichst viel Geld bei den Veranstaltungen einzunehmen, sondern auch im Jagsttal etwas Besonderes zu bieten.

Neben dem kulturellen Angebot lebe das Himmelreich vom Austausch zwischen den Generationen. "Hier trifft sich der 30-Jährige mit dem 16-Jährigen", erklärt Rolf Dörr. Denn die aktiven und passiven Vereinsmitglieder aus verschiedenen Altersschichten würden zusammenkommen und sich in einer familiären Atmosphäre unterhalten. Sicher ein Grund dafür, warum das Mulfinger Himmelreich nicht die geringsten Probleme hat, Vereinsnachwuchs zu finden.

 

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