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Mädchen mit Kokain gefügig gemacht?

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Weil sie einer 15-Jährigen Kokain für Sex angeboten haben sollen, müssen sich zwei 49- und 55-jährige Männer seit Dienstag vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Das mutmaßliche Opfer des Missbrauchs ist die Stieftochter des Älteren, es existiert ein Video der Vorfälle.

Drogenvergehen

Die zweite große Jugendschutzkammer erwartet einen langwierigen Prozess und hat insgesamt zehn Termine angesetzt. Zum Auftakt wurde lediglich die Anklageschrift verlesen. Den beiden Männern werden sexueller Missbrauch einer Jugendlichen sowie Drogenvergehen in mehreren Fällen zur Last gelegt. So soll sich das Duo im vergangenen Jahr mit dem Mädchen im Wohnwagen des 49-Jährigen in einem Bad Rappenauer Teilort getroffen haben.

Nach Darstellung des Staatsanwalts hat der jüngere Angeklagte der 15-Jährigen Geld und ein Gramm Kokain gegeben – als Gegenleistung für Geschlechtsverkehr. In diesem Fall hat der 55-jährige Stiefvater des Mädchens laut Anklage den Wohnwagen verlassen, bei späteren Treffen im Wagen oder einer Rappenauer Garage soll er aber an sexuellen Handlungen beteiligt gewesen sein.

Bei einem Treffen im Sommer war die Drogenlieferung demnach richtig üppig, diesmal soll das Mädchen 20 Gramm Kokain in Empfang genommen haben. Später, so der Ankläger, hätten sich die beiden Männer überworfen. Der Stiefvater habe seinen Bekannten erpresst, ihm damit gedroht, ein Video der mutmaßlichen Übergriffe der Frau des Jüngeren zu zeigen.

Stieftochter

Würden dem 55-Jährigen sexuelle Kontakte mit seiner Stieftochter nachgewiesen, wäre das in jedem Fall strafbar. Bei dem anderen Angeklagten hingegen ist die Frage wichtig, ob es Sex gegen Entgelt gab. War der Deal Drogen gegen Sex? Der Anwalt des 49-Jährigen zog am ersten Verhandlungstag in Zweifel, dass es diese Verbindung gab. Minderjährigen Drogen zu geben, ist allerdings für sich gesehen schon ein Verbrechen, für das es mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe gibt. Der Prozess geht am 1. März weiter.

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