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Alle Gedanken im Rhythmus

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Wer "tight am Beat" ist, ist im Takt. Das geht am besten im richtigen Flow, also mit fließendem Sprechgesang. Dazu darf man kein Toy sein, also ein absoluter Nichtskönner. Tja, wer sich mit Beatbox und Rap beschäftigt, der muss in die Sprachwelt des Hip-Hops eintauchen, zu dessen Welt diese Disziplinen gehören. Dann zeigt sich, dass viele Lieder ganz schön poetisch daherkommen, und das wiederum öffnet auch Jugendlichen ganz unbewusst die Welt der Lyrik. So geschehen an der Verbundschule in Bad Rappenau.

Vieles ist möglich

Beim Seminar "Lyrik & Beatbox Yo" versuchen Sprechwissenschaftlerin Tina Kemnitz und Beatboxer Eliot den Siebtklässlern des Gemeinschaftsschulzweigs zu zeigen, was mit Sprache und Mund alles möglich ist. "Jugendliche kapieren oft gar nicht, dass Lieder letztendlich auch Gedichte sind", weiß Tina Kemnitz. Doch gerade über die musikalische Schiene wolle sie die Schüler animieren, selbst zu schreiben. Auch mal etwas machen, nicht immer nur konsumieren. "Man braucht kein dickes Studio, sondern einfach nur etwas Rhythmusgefühl, um seine Gedanken auszudrücken."

Die Hemmschwelle beim Thema Lyrik ist häufig hoch, ergänzt Deutschlehrerin Ulrike Morschhäuser, die mit ihrer 7c am Workshop teilnimmt. "In den Klassikern gibt es unbekannte Wörter, die sie nicht verstehen, aber gerade junge Dichter interessieren schon", stellt sie fest. Lyrische Sprache spreche an, sei nicht altmodisch. Bei diesem Kurs lernen die Jugendlichen zusätzlich einen lockeren, entspannten Umgang mit Sprache, fernab vom strengen Kontext Deutschunterricht. "Sie sollen sehen, dass das auch ein Teil ihres Alltags ist."

Sich ausdrücken, die eigenen Gedanken in Worte fassen – das ist das Ziel der zwei Stunden. Die Jungs verziehen sich mit Beatboxer Eliot, um ein bisschen die Kunst zu lernen, verschiedene Instrumente und Rhythmen mit dem Mund zu erzeugen. Die Mädels machen sich in Zweierteams ans Texten. Das Thema ist klar: Mädchen gegen Jungs. Die "Reim-Maschine" soll helfen.

Einfach mal probieren

Während reine Reime wie Wein-Bein die Krönung sind, behelfen sich Rapper auch gern mit unreinen Reimen wie fließen-grüßen. So ähnlich klingen reicht da schon. Das heißt, die erste Silbe mit verschiedenen Anfangsbuchstaben durchprobieren – vielleicht passt ja was. Bald fließen Gedanken und Reime im Eiltempo durch den Musiksaal. Florentina (14) und Jenna (12) sind begeistert von ihrem Werk. "Es ist schon schwer, gute Reime zu finden, aber Tina hat uns ein bisschen geholfen." Ihr Rap endet mit dreimal der gleichen Zeile: "Ihr wollt mich treffen? That is too late." Da müssen die Jungs erstmal was dagegensetzen.
 

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