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Erste Party im neuen Hip

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Am ehemaligen Hip-Island-Standort geben nicht mehr DJs und Beats den Ton an, sondern Sägen und Bagger. Allein am Donnerstag und Freitag mussten 21 Bäume der Erweiterung von Karl-Nägele-Brücke und Fügerstraße Platz machen. Vom hippen Strandlokal fehlt jede Spur, selbst der Sand ist weg – er wird im Hausbau recycelt, heißt es. Andere markante Bar-Utensilien wurden ins Hafengebiet verpflanzt.

Zwischen Hafenamt und Reederei Schwaben wedeln hinter einem nagelneuen Holzzaun dürre Palmzweige. Wer genau hinschaut, erkennt Holzhütten, Transparente und mitten im Baumaterial indianisch anmutende Baumstämme. "Die haben wir rübergerettet", erklärt Martin Rath, "sie bilden wieder unser Eingangstor". Der 25-Jährige und sein schlagkräftiges Team sind mit den Aufbauarbeiten fürs neue Hip Island beschäftigt: bei Sonne, bei Regen, bei jedem Wetter. Schließlich soll am Donnerstag, 5. Mai, also an Christi Himmelfahrt, die Einweihungsparty steigen.

Politikum

Gerne schärft Geschäftsführer Martin Rath Neugierigen den Blick, so auch 20 Nachwuchspolitikern im Heilbronner Jugendgemeinderat. Als klar war, dass das beliebte Lokal den Straßen im Umfeld der Buga weichen muss, gelang es den Räten, die Sache zum Politikum zu machen. Harry Mergel rang man im OB-Wahlkampf gar das Versprechen ab, einen Ersatzstandort zu finden. Nach der nervenaufreibenden Suche, die über Zukunftspark Wohlgelegen, Theresienwiese und Stadionareal führte, wurde die Stadt im Hafen fündig: auf einem 35 Ar großen Gelände zwischen Neckarkanal und Bundesgartenschau-Areal.

2014 zog dort eine Kiesfirma ab. Nach einer öffentlichen Ausschreibung bekam Hip-Vater Ralph Munz (50) wieder den Zuschlag. Er will sein Konzept einer "pazifisch oder karibisch" anmutenden Strandbar mit Sand, Musik, Tanz und Theken "fortführen, auf Höhe der Zeit bringen und auf den Standort abstimmen". Der direkte Zugang zum Neckarufer ist aus Sicherheitsgründen vorerst tabu. Aber man arbeite dran. Freie Sicht zum Neckar soll immerhin eine Tribüne bieten. Insgesamt rechnet Munz mit gut 200 000 Euro Investitionskosten.

Lautstärke

Die fürs Marketing und Veranstaltungen verantwortliche Agentur Diginights-Media bleibt weiterhin im Boot. Steffen Wilkes Team stellt in der Sommersaison wieder sechs große Sonderveranstaltungen auf die Beine. Das ganze Jahr über achte man mit freiwilligen Messungen darauf, die Lärmrichtwerte nicht zu übersteigen. "Am bisherigen Standort hatten wir in der letzten Saison so gut wie keine Beanstandungen mehr", beteuert Wilke.

Die Rahmenbedingungen nennen Rath, Munz und Wilke "fast ideal". Hauptbahnhof und Parkplatz Theresienwiese sind in fünf Minuten zu Fuß erreichbar. Das Hafengebiet biete das passende Ambiente. Und der Straßenstrich? "Der verläuft sich, wenn hier Trubel herrscht." So sehen es nicht nur die Hip-Leute, sondern auch Rathausmitarbeiter und der von Patrick Kuhn geleitete Jugendgemeinderat.
 

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