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600 Menschen für Solidarität

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Ein "starkes Zeichen" gegen Rechts setzen, das hat das Künzelsauer "Bündnis für Menschlichkeit" zum Ziel seiner zweiten Demonstration erklärt. Und stark ist die Beteiligung am Samstag: Rund 600 Menschen protestieren gegen Fremdenhass und für ein friedliches Miteinander. Sie ziehen zu afrikanischen Trommelrhythmen durch die Künzelsauer Innenstadt zur Kundgebung auf den Wertwiesen.

Einfluss

Simon Maillet, erster Vorsitzender des Jugend- und Kulturvereins Kokolores in Künzelsau, spricht sich dafür aus, Herkunft und Hautfarbe auszublenden und sich stattdessen auf den Menschen zu konzentrieren. Es gehe darum, miteinander statt übereinander zu reden. Der Einfluss fremder Kulturen zerstöre nicht die hiesige, sie bereichere sie.

Die Gruppe "Widerstand Baden-Württemberg" hat sich auch auf den Wertwiesen eingefunden. Etwa 30 Asylgegner fordern unter anderem den Rücktritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sowohl die Demo als auch der Protestzug durch die Stadt laufen laut Polizei an diesem Abend ohne Zwischenfälle ab.

Bei der Demonstration am 13. Februar hatten Gegendemonstranten den Weg der "Widerstands"-Gruppe für einige Minuten blockiert und Sprechchöre angestimmt, als diese durch die Stadt marschieren wollten. Deshalb hatte die Versammlungsbehörde des Kreises dieses Mal Auflagen zum zeitlichen Ablauf erteilt. Bündnis-Sprecher Kurt Bergmann rügt das Verhalten einiger Demonstranten: "Dieses Benehmen passt nicht zu unserem Bündnis. Wir gehen den anderen aus dem Weg."

In Öhringen versammeln sich rund 60 Menschen am Samstagnachmittag im Namen des Bündnisses "Hohenlohe wacht auf" vor der Alten Turnhalle. Sie marschieren in Polizeibegleitung durch die Innenstadt und schreien Parolen wie "Freiheit, Heimat, Tradition, Multikulti Endstation". 40 Kräfte der Polizei sind im Einsatz. Kurios wird es, als der rund 60-köpfige Zug wieder an die Alte Turnhalle zurückkehrt. 20 Gegendemonstranten auf der Seite des Parkhauses rufen ihnen zu "Haut ab". Die Bündnis-Anhänger antworten "Nazis raus".

Laga

Weitere Demos vor der Alten Turnhalle gibt es nicht, die Demonstranten müssen der Laga weichen. Sie werden am Wendeplatz an der Büttelbronner Straße demonstrieren. Künftige Demos meldet nicht mehr Melanie Müller an, sondern Heide oder ihr Sohn Wieland Förnzler aus Kupferzell, erklärt der Oberbürgermeister, der das Ordnungsamt vertritt.

Sonnhild Sawallisch und Müller wollen in Neuenstadt am Kocher und nicht mehr hier sprechen, weiß er. Die Öhringer seien inzwischen von den Demos genervt. "Ich kenne viele Öhringer, wenn ich hier rumschaue, sehe ich niemanden den ich kenne", sagt Thilo Michler vor der Alten Turnhalle. Dass die Demonstrationen das Image der Stadt schädigen, glaubt er nicht. "Es gibt inzwischen so viele Demonstrationen in vielen Städten", sagt er.
 

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