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Durch die Nacht tüfteln

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Gemächlich kriecht Milly umher, bleibt stehen, schaut sich um, kriecht weiter. Chilli versteckt sich derweil in einer Art Tunnel vor den neugierigen Blicken, die von allen Seiten auf ihr Terrarium gerichtet sind. Auf ihrem Panzer tragen die beiden Schildkröten einen Sticker. Darauf steht: Jugend forscht. Denn Milly und Chilli sind die Attraktion beim 18. Regionalwettbewerb Heilbronn-Franken am Campus Künzelsau.

Mitgebracht hat sie die achtjährige Edda Lehnert aus Crailsheim. Sie ist die jüngste von 147 Teilnehmern. Ihr Projekt: Was essen Griechische Landschildkröten eigentlich am liebsten? Das hat die Nachwuchsbiologin an ihren beiden Haustieren getestet und statistisch ausgewertet. Labkraut, Löwenzahn, Klee, Spitzwegerich und Frauenmantel standen zur Wahl. Das Ergebnis: "Frauenmantel mögen sie nicht", sagt Edda. Immer wieder erklärt sie den Besuchern an ihrem Stand ihr Projekt. "Es ist aber ein bisschen langweilig, immer das gleiche zu erzählen", sagt sie. Trotzdem will sie wieder bei Jugend forscht mitmachen, das mache Spaß.

Der Spaß ist es auch, der die eine oder andere kurze Nacht wieder wett mache. Da sind sich Angelika Koch (16) aus Öhringen und Steven Karsten (17) aus Mulfingen einig. Die beiden Schüler haben die Jury überzeugt und sich mit ihrer Wetterstation für den Landeswettbewerb am 16. März qualifiziert. Bewertet werde vor allem, ob ein Projekt originell und gut ausgeführt sei und Hand und Fuß habe, so Wettbewerbsleiterin Silvia Böhler.

Doch was ist das Besondere an der Wetterstation der beiden? Die Station könne per SMS Daten übermitteln, damit man unterwegs weiß, wie die Wetterverhältnisse am Standort der Station sind, erklärt Angelika Koch. Die Energie dafür wird aus einer Solarzelle gewonnen. "Die Idee ist bei Tick entstanden", sagt Steven Karsten. Tick ist kurz für Technik Initiative Campus Künzelsau, wo Jugendliche ab zwölf Jahren experimentieren können. Betreut werden sie unter anderem von Erich Kamleiter. Der sei in seiner Freizeit Segelflieger. "Und oft ist zu Hause das Wetter anders als dort, wo die Landebahn ist", sagt Angelika Koch. Die Wetterstation könne diese Info aufs Handy schicken.

Verbesserung

Für den Landeswettbewerb wollen die beiden Jugendlichen noch einige Verbesserungen vornehmen. "Die Kommunikation zwischen Software und Hardware macht Probleme", sagt Karsten. Außerdem solle die Station künftig die Daten übers Internet übermitteln, statt per SMS. "Aber wir müssen sehen, wie weit wir kommen", räumt Karsten ein.

Zukunft

Auch über die eigene Zukunft haben sich die Jugendlichen bereits Gedanken gemacht. Steven Karsten will nach dem Abitur 2017 auf jeden Fall studieren – Elektrotechnik, am liebsten auch mit Informatik. "Es ist ein Traum, das Hobby zum Beruf zu machen", schwärmt er. Seine Projektpartnerin interessiert sich für den IT-Bereich, auch eine Polizistenausbildung schließt sie nicht aus. Bevor es soweit ist, heißt es für die beiden aber ausschlafen und den Erfolg genießen.
 

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