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Was macht Heilbronn aus?

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Wofür steht Heilbronn, was ist typisch für diese Stadt? Was macht sie attraktiv? All diese Fragen wurden in den vergangenen Monaten in Heilbronn gestellt – und sie mündeten in die übergeordnete Fragestellung: Welche Markenwerte hat die Stadt? Die Antworten zu ergründen, war Heilbronn mit wissenschaftlicher Begleitung unterwegs. In Einzelinterviews, bei Straßenumfragen, in Workshops und mit Beteiligungsmöglichkeiten im Internet nahmen Bürger, Meinungsbildner aber auch Auswärtige Stellung, bewerteten Stärken und Schwächen. Parallel dazu wurden zurückliegende Meinungsumfragen ausgewertet. Alles galt der Suche nach der Kernaussage der Marke Heilbronn und der Stadtkonzeption bis 2030.

Konzentrat

Am Freitag präsentierten Oberbürgermeister Harry Mergel und Heilbronn-Marketing-Chef Steffen Schoch die vier Hauptaussagen, die sich herauskristallisiert haben. Bildungsstark: in Bildung und Wissenstransfer führend, wirtschaftsstark: Wirtschaft und Innovation vorantreibend, lebensfroh: Kultur und Natur genießend, aufgeschlossen: Gemeinschaft und Familie fördernd. Früher, bekannte Mergel, habe man versucht, Heilbronn mit einer möglichst großen Vielfalt von Attributen zu versehen. "Ein Gemischtwarenladen", befand das Stadtoberhaupt. Nun sei die Stadt auf dem Weg, "das Konzentrat" herauszufiltern.

"Braucht’s das?" fragte Mergel selbstkritisch bei der Pressekonferenz. Um sogleich die Antwort anzufügen: Ja. Heilbronn werde noch immer unterschätzt, von den Bürgern selbst und von Außenstehenden. Außerdem sei die Stadt im Aufbruch: mit dem Neubau der Experimenta, mit der Bundesgartenschau, mit dem Bildungscampus. Und mit den Zukunftsausgaben aus der Stadtkonzeption 2030. Wolle man das alles nach innen und außen kommunizieren, brauche es eine einheitliche Linie. Sein Ziel: "Dass sich bei möglichst vielen Menschen ein positives Bild formt, wenn sie Heilbronn hören."

Eines aber sei klar: "Heilbronn wird nicht neu erfunden." Für Heilbronn-Marketing-Chef Steffen Schoch waren zwei Dinge wichtig: Alle, die im Namen der Stadt auftreten, müssten die Markenbotschaften wiedererkennbar verwenden. Und die Kernaussagen müssen von der Realität gedeckt sein. Also legte er Beweise vor, "dass das keine Luftnummern sind".

 

 

 

 

Bildungsstark:

Für Bildung und Wissenstransfer sprechen demnach frühkindliche Bildung, der Campus mit einer Mischung von staatlichen und privaten Hochschulen und Bildungseinrichtungen, das Science Center Experimenta, das Masterstudienzentrum CAS der Dualen Hochschule.

Wirtschaftsstark:

globale Konzerne und Weltmarktführer, Mäzene wie Dieter Schwarz und Otto Rettenmaier, der Zukunftspark und das Wissenschafts- und Technologiezentrum WTZ, der Zukunftsfonds.

Aufgeschlossen:

140 Nationalitäten lebten in Heilbronn, so Schoch, friedlich miteinander, die Vielfalt der Vereine und Kulturveranstaltungen sei groß, ebenso das bürgerschaftliche Engagement in Stiftungen oder im Ehrenamt, die Studentenkultur nennt er "aufstrebend". Für die Familienförderung sprächen Ganztagsangebote für 50 Prozent der Schüler und kostenfreie Kindergärten.

Lebensfroh:

Das Stichwort wird ergänzt durch "Kultur und Natur genießend". Als Beweise gelten Natur und Weinberge, die Grüngestaltung und der innerstädtische Neckar, Weinfeste und die Gastromeile, Kulturinstitutionen wie Theater und Württembergisches Kammerorchester (WKO).

Am Donnerstag (ab 15 Uhr im großen Ratssaal) wird der Gemeinderat das Thema diskutieren – und auch zusätzliche Finanzmittel freigeben. Auf bis zu 350 000 Euro kann sich das Gesamtpaket summieren. Damit soll auch ein Wettbewerb ausgeschrieben werden. Von Agenturen erwartet man bis Sommer Vorschläge für die Umsetzung des Markenkerns in Wort und Bild. Dazu gehören ein Stadtslogan, die grafische Gesamtlinie, ein Handbuch mit Regeln für das Corporate Design und eine Kommunikationsstrategie. Bereits am Mittwoch wird in der Harmonie (ab 18.30 Uhr) das Ergebnis der Bürgerbeteiligung an der Stadtkonzeption 2030 vorgestellt.

Jury

Das Ganze wird eine Jury begleiten. Sie besteht aus OB, HMG-Chef, zwei weiteren Mitarbeitern der Heilbronn Marketing, dem Leiter der Stadtentwicklung, zwei Vertretern der Stadt-Pressestelle, Repräsentanten der Stadtinitiative und des Verkehrsvereins, einigen Stadträten, dem Chef des Personal- und Organisationsamtes und als Externem Professor Andreas Teufel von der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd.
 

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