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Trauerweiden und Platanen bleiben stehen

Übersicht

Wichtig ist in der kommenden Woche der grüne Punkt. Der ist auf insgesamt 49 Baumstämmen zwischen der Bleichinselbrücke und der Karl-Nägele-Brücke aufgemalt: Diese Bäume bleiben erhalten und werden in den künftigen Neckaruferpark integriert. Dazu gehören die meisten der Trauerweiden, charakteristisch für das Neckarufer und "strukturschaffend" für das Gelände, wie Buga-Geschäftsaführer Hanspeter Faas betont.

Eine Weide direkt neben der alten Bleichinselbrücke, die unter ökologischen Gesichtspunkten wertvoll ist, muss fallen – aus Gründen der Verkehrssicherheit. Denn dort führt später der Uferweg entlang, der den barrierefreien Zugang zum Fluss möglich macht.

Gutachten

"Wir haben sehr viel Gehirnschmalz eingesetzt, um möglichst viele Bäume zu erhalten", versichert Faas. Für jeden Baum wurde ein Gutachten erstellt und geklärt, ob der Baum auch nach der Bundesgartenschau 2019 noch standsicher ist, ob er in die neue Topografie des Geländes passt und mit dem Verlauf von Fuß- und Radwegen im Einklang steht. Die knapp ein Dutzend Platanen, die entlang der Kalistraße stehen, bleiben entgegen den ersten Plänen ebenfalls erhalten. Weil das heute noch steile Ufer abgeflacht und neu modelliert wird, werden die Platanen von Stufen eingefasst sein, wie Planer Oliver Toellner erläutert.

Stauden

Insgesamt 35 Bäume werden ab kommenden Dienstag auf der 600 Meter langen Strecke zwischen den beiden Brücken gefällt, auch Sträucher werden gerodet. "In diesem Abschnitt pflanzen wir aber 100 neue Bäume sowie Stauden und Gehölze", betont Faas. 129 neue Bäume sind es im Neckaruferpark. 960 auf dem gesamten Buga-Areal, plus 1700 Pappeln. Weichen müssen insgesamt 245 Bäume.

Das Thema Bäume und Baumfällungen sieht Faas schon immer "emotional besetzt". Doch betrachte man das Ganze heute differenzierter als noch vor zehn Jahren. Die Menschen seien aufgeschlossener gegenüber Argumenten und hätten mehr den Gesamtzusammenhang im Blick und nicht mehr nur den einzelnen Baum. Vor 30 Jahren dagegen hätte man Bäume einfach gefällt, ohne große Erklärungen.

"Wir pflanzen und erhalten lieber Bäume als sie zu fällen", unterstreicht Faas den Buga-Ansatz. So werden vier große Urweltmammutbäume aus der Edisonstraße am Montag und Dienstag auf das Buga-Gelände verpflanzt. Sie sind dem Straßenumbau der Fügerstraße im Weg.

Naturschutz

Gegenüber früheren Planungen ist nicht auf dem gesamten Abschnitt die Blickbeziehung zum Neckar und die direkte Erreichbarkeit des Ufers oberstes Gebot. Im ersten Abschnitt bis zur Reederei Schwaben führt der Weg nicht mehr unmittelbar ans Wasser. Dort entstehen stattdessen naturnahe Bereiche, die Lebensraum für Wasservögel bieten sollen.

"Hier haben uns die Diskussionen mit dem Naturschutz weitergeholfen", bekräftigt der Buga-Geschäftsführer. Zurecht sei das zunächst nicht vorgesehene und jetzt geplante Neckarhabitat an dieser Stelle eingefordert worden. Einen verbauten Uferabschnitt gibt es nur flussaufwärts im Bereich des Reederei-Gebäudes: "Dort kann man die Füße ins Wasser hängen." Auch Sportboote können dort anlegen.

"Mit dem Neckaruferpark haben die Menschen erstmals Zugang zum Altneckar, der Fluss wird erlebbar und rückt ins Bewusstsein der Heilbronner", bekräftigt Faas. Das hätten auch die Investoren für die Musterbebauung im Neckarbogen erkannt: Die größte Nachfrage gab es für die Grundstücke zum Neckar hin, obwohl sie auf der Nordseite liegen. Faas: "Das zeigt uns, welche Qualität der Park in den Köpfen hat."
 

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