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Doch kein Rucksackverbot fürs Volksfest

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Alle freuen sich schon auf das bekannte Heilbronner Volksfest in den nächsten Tagen. Die Frage nach dem Mitführen von Rucksäcken auf dem Fest ist nun entschieden: Es wird kein Rucksackverbot geben. Allerdings dürfen künftig neben Polizeibeamten auch private Security-Leute Taschen und Rucksäcke kontrollieren, bisher durften sie das nur am Zelt. Darauf haben sich Festwirt Karl Maier, Heilbronn Marketing GmbH (HMG), städtisches Ordnungsamt sowie Polizei bei einem kurzfristig anberaumten Treffen verständigt. Gleichzeitig formulierten sie einen Verhaltenskodex und eine "Haus- und Nutzungsordnung“, die während der Festtage vom 29. Juli bis 7. August gilt. Wer sich nicht dran hält, bekommt ein Platzverbot.

Angesichts der angespannten Sicherheitslage hatte Polizeipräsident Hartmut Grasmück in einem Stimme-Interview gesagt, "aus unserer Sicht würden wir“ ein Rucksackverbot "klar begrüßen“. Doch gestern Mittag ließ Oberbürgermeister Harry Mergel verlauten: "Ein generelles Verbot halten wir weder für zweckmäßig noch für praktikabel.“ Dies habe man mit der Polizei so besprochen. Doch appelliere man an Besucher, Rucksäcke und Taschen daheim zu lassen, "um die Arbeit der Sicherheitskräfte zu erleichtern“.

Behältnisse

Auch Festwirt Karl Maier und HMG-Sprecherin Sara Furtwängler halten nichts von einem Taschenverbot. "Schließlich handelt es sich um ein Familienfest.“ Und: "Mütter brauchen Taschen, für Schoppen, Feuchttücher, Windeln ...“, weiß die junge Mutter. Sommers seien außerdem oft Ausflügler mit Rucksack unterwegs. Und: "Was ist Handtasche, was Rucksack, was für Kameras?“, fragt Maier. Zudem seien Einlasskontrollen und damit Absperrungen rund um den Platz "gar nicht zu leisten“. Anders sieht es an Zugängen zum Zelt aus, wo ein Sicherheitsdienst seit Jahren punktuell Personen kontrolliert und auch "in Behältnisse jeder Art guckt“. Dies sei nun auf dem ganzen Platz möglich, erklärt Maier.

Unabhängig von der aktuellen Lage setzt Göckelesmaier weiter auf ein "ausgeklügeltes Sicherheitssystem“ mit bis zu 16 privaten Security-Leuten und zeitweise zusätzlichen Polizeistreifen. Außerdem seien auch Schausteller "auf der Hut“. Wie Polizeirevierleiter Thomas Nürnberger bestätigte, sei das Volksfest für eine Veranstaltung dieser Größenordnung "ausgesprochen friedlich und sicher“.

Gleichwohl habe man wegen der aktuellen Lage "zur Sicherheit der Besucher“ eine Hausordnung mit Verhaltenskodex formuliert, die auf dem Gelände ausgehängt wird. Darin heißt es unter anderem "null Toleranz bei gewalttätigem Verhalten“. Politische Parolen sowie "verbotene Zeichen und Symbole“ sind verboten, "gefährliche Gegenstände“ oder Waffen, Feuer und Pyrotechnik auch. In Punkt 7 heißt es "Kontrollen von Taschen, Rucksäcken und Behältnissen jeglicher Art durch das Sicherheitspersonal und die Polizei sind jederzeit möglich“, außerdem dürfen sie nicht unbeaufsichtigt gelassen werden.

Strafanzeige

Bei ordnungswidrigem Verhalten erfolge "konsequentes Einschreiten des Sicherheitspersonals“, heißt es. Verstöße hätten einen Verweis oder sogar den dauerhaften Ausschluss vom Gelände zur Folge, und damit eine Strafanzeige.

Kostenfrage

Göckelsmaier gibt für Sicherheitsmaßnahmen 20 000 Euro aus. Das ist doppelt so viel wie vor dem Love Parade Unglück von Duisburg 2010, nach dem die Vorschriften überall verschärft wurden. Festwirt Maier hält von einem Rucksackverbot auch aus finanziellen Gründen nichts. Kosten für Absperrungen und Kontrollpersonal müsste er letztlich auf die Preise umlegen und etwa "auf die Maß zwei Euro draufschlagen". Bei Konzerten oder im Fußballstadion werde der Aufwand im Eintrittspreis verrechnet. Auf dem Volksfest sei der Zutritt frei.

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