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Altbesitzer drohen: Wir können warten

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Die Ansage ist überdeutlich: "Wir können das Spielchen auch noch fünf, sechs, sieben oder zehn Jahre machen“, sagt Stefan Zimmermann – Tommy Paulsen und Judka Lisker nicken. "Aber dann bewegt sich am Wollhaus bis zum Sankt-Nimmerleinstag nichts.“

Die beiden Haupteigentümer der Flächen im Wollhauszentrum, der dänische Rechtsanwalt Tommy Paulsen und der Frankfurter Geschäftsmann Judka Lisker haben mit Stefan Zimmermann vom Berliner Projektentwickler Acrest am Montag einige Stunden in Heilbronn zugebracht. Ihr Ziel: Die Verwaltung in Person von Baubürgermeister Wilfried Hajek und Teile des Gemeinderates davon zu überzeugen, mit ihnen als Alteigentümer des 1975 eröffneten Wollhauszentrums ins Geschäft zu kommen. Ihr Fazit am Abend gegenüber der Heilbronner Stimme: Das Rathaus habe ihre "ausgestreckte Hand erneut ausgeschlagen“.

Seitdem der Gemeinderat am 14. Juni in nichtöffentlicher Sitzung die Option für den Gegenspieler der Altbesitzer, die Baukonzern-Tochter Strabag Real Estate und die Einkaufszentren-Entwickler von ECE, bis Ende 2017 verlängert hat, hat sich auf der anderen Seite der Ton verschärft. Es könne nicht angehen, dass die Stadt Heilbronn ohne die Eigentümer eine Sanierungssatzung über das Wollhaus-Gelände erlassen habe. Noch weniger akzeptiere man, dass die Stadt einen Investor bevorzuge: Strabag. "Mit uns wollen sie nicht verhandeln.“

85 Prozent

Die Altbesitzer halten seit Jahrzehnten 85 Prozent der Wollhausfläche als Eigentümer in Händen. Strabag Real Estate hat erst in den letzten Jahren Eigentum am Wollhaus erworben – an den Flächen im Turm. Der umfasst oder besser: umfasste früher Büros und Arztpraxen, steht aber seit längerem nahezu vollständig leer.

Am Montag machten die drei Geschäftspartner einigen Stadträten und Ratsfraktionen ihre Aufwartung – den Grünen und den Freien Wählern sowie der Bunten Liste, auf Einladung der Grünen. Nachdem man die Acrest-Pläne erklärt habe, seien die Stadträte "verwundert“ gewesen. Gegen den Erhalt des Wollhauses wird in Heilbronn auch damit argumentiert, dass Raumhöhen und Abstände zwischen den Stützen für moderne Ladenflächen nicht geeignet seien. Diese Behauptung, so Acrest-Manager Zimmermann, habe man widerlegen können.

Das will Grünen-Fraktionsvorsitzende Susanne Bay nicht unwidersprochen so stehen lassen. Es sei richtig, man habe auch "die andere Seite“ hören wollen. Aber, man habe sich am Montag jeglicher Wertung enthalten, auch, "um unsere rechtliche Position als Stadt nicht zu schwächen“. Auf Stimme -Nachfrage erklärt Bay aber, man habe sich eine "andere Zeitplanung gewünscht“.

Die Stadt Heilbronn hat schon 2012 die Option für Strabag als bevorzugten Entwickler erstmals beschlossen, 2014 folgte der Gemeinderatsbeschluss für eine Sanierungssatzung. Die verfolgt den Abriss des Ladenareals und die völlige Neugestaltung.




 

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