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Sommer-Flop für Freibäder

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"Nach dem Wetterbericht kann man kaum noch gehen“, klagt Alfred Ziegler, Bademeister im Freibad Untersteinbach. "Wenn hier die Sonne scheint, kann es in Öhringen regnen.“ Seit 1979 macht er den Job und weiß: "Das ist ein schlechter Anfang für die Badesaison gewesen. Wenn es mal ein bis zwei Tage Schlechtwetter gibt, kann man anderen Arbeiten nachkommen. Aber das reicht dann auch.“ Von Mai bis September dauert die offizielle Badesaison, die Hälfte ist also schon rum. Und die Besucherzahlen sind bescheiden: nicht nur in Untersteinbach. Teilweise kamen nur halb so viele Gäste wie 2015.

Beispielhaft

Die Liegeflächen sind frei, der Volleyballplatz ist leer, kein Schreien oder Lachen, nur ein, zwei Rentner ziehen ihre Bahnen im Becken: Untersteinbach am Dienstag, den 28. Juni. Ein beispielhaftes Bild für all die anderen Freibäder. Ende Juni war es einmal normal, dass die Wiesen und Becken voller Menschen waren. Sie genossen die Sonne und das kühlende Nass. Im Mai und Juni gab es das nur an wenigen Tagen. Meist war das Wetter viel zu wechselhaft und viel zu nass.

Urlauber aus Norddeutschland können das nicht verstehen. "Bei uns Zuhause ist es noch schlechter, und wir sagen immer: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Letzten Endes erwarten wir hier auch kein Mallorca-Wetter“, ist sich Familie Hans einig, die am Dienstag trotz wolkenverhangenem Himmel und 22 Grad den Gang ins Untersteinbacher Freibad wagte.

Am Donnerstag und Freitag, als das Thermometer die 30-Grad-Marke knackte, zeigte sich der Sommer, wie er sein sollte: Die Leute strömten nur so in die Freibäder. Doch genauso schnell, wie er kam, ging er wieder. Und mit ihm sanken die Besucherzahlen erneut.

Hoffnung

"Bei diesem wechselhaften Wetter springen die Leute wohl eher zur Landesgartenschau als ins Freibad“, sagt Andreas Bolze, Leiter der Stadtkämmerei in Öhringen. Alfons Rüdenauer, Hauptamtsleiter in Niedernhall, meint: "Wir hoffen einfach auf besseres Wetter und mehr Besucher. Vielleicht schaffen wir es in dieser Saison noch bis zu den Zahlen des letzten Jahres.“

Auch wenn das Niedernhaller Freibad nah am Kocher liegt: Das Hochwasser hatte keine größeren Schäden angerichtet und damit keine direkten Auswirkungen auf die Besucherzahlen. Ganz im Gegensatz zum Freibad in Langenburg. Die Mai-Bilanz war schon so nicht berauschend, dann kam zum Monatsende das große Unwetter. Seit dem 29. Mai ist das Freibad geschlossen. Das Inventar musste raus, die Technik stand eineinhalb Meter unter Wasser und Schlamm, der Schaden liegt weit über die 100 000 Euro, die Folgekosten sind noch unbekannt. "Mit den Reinigungsarbeiten sind wir soweit fertig, aber es steht trotzdem noch einiges an“, weiß Arnd Bezold. Seit 16 Jahren ist er Bademeister in Langenburg. In den nächsten Tagen sollen die reparierten Pumpen geliefert werden. Und es gibt noch viel zu tun. Alle Leitungen müssen durchgespült und die Becken wieder befüllt werden. Dann wird geprüft, ob alles funktioniert. Dann heißt es: Baden auf Probe. Zu Beginn der Sommerferien soll das Freibad wieder öffnen. Ob dann tatsächlich richtig Sommer ist, bleibt allerdings abzuwarten.

 

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