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Marschmusik und ein gezielter Schlag

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Jetzt wird es ernst für Bürgermeister Claus Brechter. Der Druck ist hoch. So hat er doch im vergangen Jahr seinen eigenen Rekord gebrochen und den Zapfhahn direkt mit dem ersten Schlag ins Fass getrieben.

Jubel

Aber diesen Druck sich lässt das erfahrene Stadtoberhaupt nicht anmerken. "Ich bin da sehr gelassen“, sagt Brechter. "Ich habe schon alles erlebt.“ Seine Bandbreite bewege sich zwischen 1 und 34. Nachdem er sich mit Bier gestärkt hat, greift er zum Hammer und schlägt zu. Ein paar Sekunden scheinen die Gäste im Festzelt den Atem anzuhalten, dann erschallt Jubel. Auch für den 27. Fassanstich beim Wimpfener Talmarkt braucht Brechter nur diesen einen Schlag. Und endlich heißt es "O’zapft isch“.

Als eine Stunde zuvor der Festzug über den Markt läuft, trommeln und trompeten die Mitglieder des Fanfarenzugs, was das Zeug hält. Sie tragen schwarzgelbe Hüte, knielange Pluderhosen und ein Adlerwappen auf der Brust. So ziehen sie durch den Talmarkt, vorbei an Karussells, Ständen mit Lebkuchen und Luftballons in Form von Biene Maja und Spiderman. Sie führen den Festzug an, der das alljährliche Markttreiben eröffnet.

Mit dabei ist Dennis Decker, der König Heinrich VII. gibt. Er trägt ein grüngold-glitzerndes Gewand und eine schmale Krone. Das Gefolge hinter im ruft immer wieder: "König Heinrich lebe hoch!“ Der Talheimer hat seine Tochter an der Hand. Die achtjährige Amely trägt ein rosa Leinenkleid und einen Strohhut und stellt damit ein Bauernmädchen dar. Den Zuschauern, die sich den Zug vom Straßenrand ansehen, winkt sie mit einem Strauß Minzblätter zu. Die hat die Kräuterfrau verteilt, die weiter hinten im Zug mitläuft. Seit zwei Jahren sind die Deckers beim Festzug dabei. "Wir haben viele Bekannte, die auch dabei sind“, sagt Decker. "Wir sind Mitglieder im Verein Stauferpfalz-Festspiel.“

Carmen Tutsch steht mit ihrer kleinsten Tochter am Rand hält Ausschau nach ihren größeren Kindern im Alter von sieben und neun. Die laufen im Zug mit. Seit sieben Jahren kommt die Familie zum Talmarkt. "Mein Mann ist gebürtiger Wimpfener und Mitglied in der Stadtkapelle“, sagt die 39-Jährige, die selbst aus der Nähe von Heidelberg stammt. Sie freut es, wenn ihre Kinder Spaß haben – später soll es unter anderem noch in die Geisterbahn gehen.

Andacht

Rund 300 Menschen laufen in dem Zug mit, wie Marktmeister Jochen Großkopf vom Ordnungsamt sagt. Für den Talmarkt selbst erwartet er Zehntausende Besucher. Er wird in diesem Jahr zum 1051. Mal gefeiert.

Solange hat die Kirche St. Peter schon das Marktrecht. Teil der Eröffnungszeremonie ist traditionell eine Andacht – so auch in diesem Jahr. Diese gestaltet Pater Sijoy Peter Thevarakatt ganz nach dem Motto "Unser Leben ist ein Fest“.

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