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Vor Lärm schützen

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Nicht erst nach der Bundesgartenschau 2019, sondern in zwei Jahren sollen 1750 Bewohner entlang einiger besonders frequentierter Bahnstrecken vom Lärm entlastet werden. 2018 will die Bahn auf ihre Kosten auf einer Länge von insgesamt 3,5 Kilometern Lärmschutzwände errichten. Die vier Strecken in den Stadtteilen Böckingen und Klingenberg sowie zwei weitere im nördlichen Industriegebiet sind ins Lärmsanierungsprogramm des Bundes aufgenommen. Als weitere Maßnahme gibt es ein Programm, das den Einbau von Lärmschutzfenstern fördert – an Stellen, an denen die Lärmrichtwerte überschritten sind und wo kein aktiver Lärmschutz vorgesehen ist. 

Standardversion

Im Heilbronner Gemeinderat fanden die Maßnahmen ein positives Echo – mit der Einschränkung, dass die drei Meter hohen Schallschutzwände aus Blech nicht an allen Stellen städtebaulich verträglich sind. "Lärm ist eine schlimme Sache“, meinte Stadträtin Gisela Käfer (CDU), allerdings missfällt ihr die Idee, dass die Einwohner an der Klingenberger Theodor-Heuss-Straße dann auf hohe Wände blicken. Überwiegend wird die Bahn eine Standardversion aus Aluminiumblech installieren. Nur an städtebaulich besonders sensiblen Orten, etwa an Bahnsteigen oder Brücken, sind transparente Elemente vorgesehen. Wünsche, die darüber hinausgehen, müssten demnach aus dem städtischen Haushalt finanziert werden. 

Gisela Käfer wie auch ihr Böckinger Ratskollege Herbert Tabler (SPD) verweisen auf die unbefriedigende Situation für die Bewohner entlang des Böckinger Rangierbahnhofs. Nur Fahrwege sind in das Programm aufgenommen, nicht aber Serviceeinrichtungen der Bahn. "So leid es uns tut, da sind Grenzen gesetzt“, meinte Tabler. Die Stadt sollte aber über ein eigenes Lärmschutzprogramm für Bewohner an der Rangierstrecke nachdenken. "Uns muss klar sein, dass die Bahn keinen Euro in die Optik investiert“, betonte Grünen-Stadtrat Alexander Habermeier. Gerade der Bereich der Nordstadt an der Christoph- und Kreuzenstraße dürfe städtebaulich nicht noch schlechter dastehen. Lärmschutz sei ein Segen, das gelte aber nicht unbedingt für den Städtebau.

Gottfried Friz (FDP) hat dazu eine klare Haltung: "Wem die Lärmschutzwände nicht gefallen, kann sie auf eigene Kosten besser machen.“ Für Alfred Dagenbach (Pro) ist es ein Mangel, dass die Ärgernisse am Rangierbahnhof nicht beseitigt wurden. Er hofft zudem, dass die Bahn ihre Vorgaben umsetzt und vor der Buga fertig wird. Das erwartet auch Heiner Dörner (FWV).

Die Befürchtung, dass etwa in Klingenberg der Lärm von der Straße zu den Häusern zurückgeworfen und die Belastung gesteigert wird, kann Baudezernent Wilfried Hajek zerstreuen: "Das Material ist doppelt absorbierend.“

Abstimmung

Seitens der Stadtverwaltung wünscht man sich eine Abstimmung über die Farbgebung der Wände, ebenso über die Gestaltung im Bereich von Bahnsteigen, Baudenkmälern, Engstellen und Brücken. Zudem wird ein Artenschutzgutachten gefordert, da Arten wie Mauereidechsen oder Schlingnattern betroffen sein könnten. 

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