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Ein Haus mit rosigen Aussichten

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"Jetzt sind alle versorgt“, sagt Mario Dürr zufrieden. Für den Neckarwestheimer Bürgermeister ist das Richtfest des künftigen Jugendhauses am Ortsrand Richtung Lauffen der letzte offizielle Akt als Bürgermeister, bevor er im Juni als Geschäftsführer zum Neckarelektrizitätsverband wechselt. Rohbau und Zimmerer sind voll im Zeitplan. Nach Pfingsten geht der Innenausbau los. Die Einweihung ist im Herbst geplant. Diese wird dann Nachfolger Jochen Winkler übernehmen. 

260 Quadratmeter Nutzfläche, davon 100 Quadratmeter für einen großen Gruppenraum sowie ein kleineres Zimmer mit etwa 40 Quadratmetern, zudem zwei kleine Büros für die hauptamtliche Jugendhausleiterin Josephine Rauner beziehungsweise für die Leitung des Jugendhausvereins, der zurzeit etwa 30 Mitglieder hat: Im eben fertiggestellten Rohbau kann man die Raumaufteilung des neuen Neckarwestheimer Jugendhauses schon erahnen. "Künftig kann man auch gleichzeitig Angebote für unterschiedliche Altersgruppen und Interessen machen“, lobt Hauptamtschefin Carmen Klink.

Verantwortung

Die Vorfreude beim Richtfest am Dienstagabend ist groß. Josephine Rauner weiß, dass die neuen Räume weit mehr Möglichkeiten zur Entfaltung bieten. Denn bislang sei der Platz sehr eingeschränkt. Noch treffen sich die Jugendlichen in gelben, provisorischen Mietcontainern in der Nachbarschaft: Auf nur 70 Quadratmetern sind Aufenthaltsraum, Büro, Teeküche und Toiletten untergebracht. Sobald der Neubau abgeschlossen ist, kann sich Rauner hier Musikveranstaltungen und Themenabende vorstellen. 

Die Einrichtung soll vor allem 14- bis 18-Jährige ansprechen. Der Jugendhausbetrieb hat aber auch Platz für junge Erwachsene über 20 Jahre. Und die sind vor allem für die Organisation, für die Öffnung der Einrichtung und für den sogenannten Thekendienst wichtig. Wer diese Schulung gemacht hat, kann nicht etwa besonders gut Cocktails mixen. Er hat bei einem Seminar über die Kreisjugendpflege gelernt, was es heißt, an einem Abend für den Jugendhausbetrieb verantwortlich zu sein.

Je mehr junge Erwachsene diese Schulung machen, desto mehr Möglichkeiten haben Rauner und Stefan Ristok (23), einer der drei Jugendhauschefs, das Angebot und die Öffnungszeiten zu erweitern. Bislang ist das Haus stundenweise nur dienstags bis freitags geöffnet. Ristok möchte bis zum Herbst mit seinen Mitstreitern einen konkreten Fahrplan entwickeln. Der Fertigungsleiter einer Unterheinrieter Firma verspricht sich davon, neue Mitglieder gewinnen zu können.

Freude

Stefan Ristok freut sich, dass die Jugend in Neckarwestheim mit diesem Projekt exklusiv bedient wird. 600 000 Euro investiert die 3800 Einwohner zählende Kommune in diesen Neubau. Einen Zuschuss bekommt sie dafür nicht. Andere Kommunen in dieser Größe sind finanziell nicht einmal in der Lage, der Jugend eine provisorische Containerlösung anzubieten. Und dennoch: Seine Mitglieder seien froh, dass diese fünf Jahre hinter nicht klimatisierten Metallwänden bald ein Ende haben. 

Der Neubau trägt die Handschrift des Abstatter Architektenbüros Mattes + Eppmann. Die Ideen aus Verwaltung und Gemeinderat sowie finanzierbare Wünsche der Jugendlichen wurden in die Pläne eingearbeitet. Für die Jugendlichen sind PC-Arbeitsplätze vorgesehen und selbst eine Küche, auf die sich Stephanie Rauner freut. Die Sozialpädagogin kann sich hier Kochprojekte mit ihren Mädels vorstellen.

Dass die Kommune nach vorne blickt, die Jugend bedient und damit die Zukunft gestaltet, findet der Sachsenheimer Zimmermeister Albrecht Pfeiffer bei seinem Richtspruch "richtig klasse“.

Kombination

Josephine Rauner ist zu 50 Prozent für die Schulsozialarbeit und zu 50 Prozent für die offene Jugendarbeit zuständig. Angestellt ist sie bei der Arbeiterwohlfahrt, die Kommune "kauft“ dort die Leistung ein. Die Kombination beider Aufgabengebiete in einer Stelle ist ideal. Schon in der Grundschule hat Rauner mit den Klienten zu tun, die sie später im Jugendhaus begrüßen darf. Für 9- bis 14-Jährige hat sie eine Tanzgruppe gestartet, die bislang in der Grundschul-Aula übt. Zudem kooperiert sie bei Veranstaltungen mit der Medienwelt. Im Juni startet ein Projekt unter dem Titel "Vielfalt“ , bei dem es etwa deutsch-türkisches Vorlesen geben soll.

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