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Eine neue Stadtgalerie?

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Seit März hat die Stadtgalerie Heilbronn mit Alina Fischer wieder eine neue Centermanagerin. Im Gespräch berichtet die 25-Jährige über ihre Pläne für die Stadtgalerie, die 2018 zehn Jahre alt wird.

In acht Jahren Stadtgalerie Heilbronn sind Sie die vierte Centermanagerin. Welche Gestaltungsmöglichkeiten hat man vor Ort?

Alina Fischer: Centermanager haben die Gesamtverantwortung vor Ort. Wir sind unter anderem für das Personal, für die Sicherheit und für das Marketing und das operative Geschäft mit unseren Mietern und Center-Besuchern zuständig. Bei den Neuvermietungen im Center entscheiden wir im Team.

In den zurückliegenden Monaten und auch 2015 hat es in der Stadtgalerie einige Veränderungen gegeben, einige Labels haben sich verabschiedet. Sind ECE-Mieter in der Krise?

Fischer: Es gab mehrere Unternehmensinsolvenzen, die auch Mieter der Stadtgalerie betroffen haben. So hat zum Beispiel Zero jüngst Insolvenz angemeldet. Nun betreibt Pimkie ab Juni die Fläche. Besonders in der Textilbranche gibt es derzeit einige Marken, die Probleme haben und nicht genau wissen, wohin die Reise geht. Wir müssen als Vermieter die Marktentwicklung beobachten und sehen, welche Marken zukunftsträchtig sind und welche Partner in der Zukunft Sinn machen. Wir setzen auf eine langfristige Strategie und entsprechend starke Labels.

Was funktioniert nach wie vor?

Fischer: Ich persönlich glaube stark an H&M, Zara oder Mango. Diese Namen halten sich gut, da wird sich nicht allzu viel ändern. Marken sind für uns sehr wichtig, denn sie definieren auch die Stadtgalerie als Marke und prägen unser Image und die Center-Positionierung.

Wird das Publikum älter mit der Stadtgalerie?

Fischer: Nach wie vor machen die unter 30-Jährigen bis zu 50 Prozent der Besucher aus, auch viele Familien gehören dazu. Es bleibt dabei, junges, konsumiges Publikum steht im Fokus.

2018 besteht die Stadtgalerie zehn Jahre. Was bedeutet dieses Datum?

Fischer: Ein Jahrzehnt ist für ein Center immer eine wichtige Zäsur. Danach wird stets in größerem Stil umgebaut, und es wird zu Umstrukturierungen kommen. Auch die Mietverträge haben in der Regel eine Laufzeit von zehn Jahren.

Was wird sich in Heilbronn ändern?

Fischer: Im Moment befinden wir uns in der Strategiephase und der Konzeptionierung. Deshalb kann ich noch keine konkreten Veränderungen benennen. Fest steht nur, dass wir das ganze Center optimieren wollen. Wir werden schauen, wo andere Ladenzuschnitte nötig sind. Natürlich sind wir auch auf der Suche nach zeitgemäßen Konzepten für die darauffolgenden zehn Jahre. Es gibt viele interessante Ideen und Konzepte aus den Bereichen Kosmetik, Lebensmittel, Gastronomie.

Wie sehen Sie die Stadtgalerie in der Region verankert?

Fischer: Es ist wichtig, Heilbronn gemeinsam zu stärken. Dabei werden auch Events immer wichtiger und jegliche Art von Kooperationen mit regionalen Partnern. Wir haben sehr viel Lust dazu, etwas gemeinsam zu machen.

Was sind die drängendsten Fragen für den Heilbronner Einzelhandel?

Fischer: Unsere Frequenz im Center ist stabil, damit haben wir keine Probleme. Aber generell muss der Einzelhandel in einer Stadt daran arbeiten, positiv aufzutreten, durch starke Marken, gute Services und Events. Mit der Entwicklung beim Wollhaus hat Heilbronn die Möglichkeit, weitere Zugpferde nach Heilbronn zu holen. Das hätte einen positiven Einfluss auf Heilbronn und die Innenstadt.

Einer der beiden Pläne für das Wollhaus setzt auf ein großes ECE-Einkaufscenter. Befürchtet man damit nicht einen Kannibalisierungseffekt auf die Stadtgalerie?

Fischer: Nein. Das sehe ich positiv. Die Umsetzung einer Wollhaus-Lösung in Kooperation mit Strabag und ECE hätte viele Vorteile. Man könnte sowohl das Wollhaus als auch weiterhin die Stadtgalerie zielgruppengerecht vermieten und dafür Sorge tragen, dass Heilbronn von neuen, passenden Konzepten profitiert. Wir würden beide Immobilien so ausrichten, dass diese sich gegenseitig und die Innenstadt befruchten. Einen Kannibalisierungseffekt auf die Stadtgalerie kann man natürlich nicht ausschließen, wenn das Management des Wollhauses in andere Hände gerät. In jedem Fall kann ich sagen, dass die ECE als Marktführerin im Bereich Shopping-Center besonders gute Möglichkeiten hat, namhafte Marken nach Heilbronn zu ziehen, die ohne unser Zutun vielleicht nicht kommen würden. Außerdem würde sich ein verbessertes Einzelhandelsangebot positiv auf die Zentralitätskennziffer von Heilbronn auswirken. Wir brauchen überörtliche Kundschaft und müssen umgekehrt die Abwanderung örtlicher Kundschaft in andere Städte verhindern.

Welche Möglichkeiten sehen Sie für Mieter der Stadtgalerie, sich dem regionalen Onlineshop anzuschließen?

Fischer: Der "Mein-Heilbronn-Shop“ ist wie ich finde sehr gut umgesetzt worden, und das Thema steht auf meiner Agenda. Die Einzelhandelsbetriebe sollten jegliche Chance der Darstellung nutzen. Auch in der Stadtgalerie werde ich für die Teilnahme am Heilbronner Onlineshop werben. Multi Channel Retailing ist für viele Händler schon lange kein Fremdwort mehr und je mehr Vertriebskanäle, umso besser.

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