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Tatverdächtiger festgenommen

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Für viele Menschen in Untergriesheim ist es eine Erleichterung. In den vergangenen Tagen waren die Spekulationen und Ängste teilweise hoch gekocht, nachdem am Donnerstag im Ort eine 70 Jahre alte Frau gewaltsam zu Tode kam. Gestern dann eine Erfolgsnachricht der Polizei: Sie hat einen Tatverdächtigen ermittelt. 

Haftrichter

Beamte der Kriminalpolizei haben bereits am Sonntagabend einen jungen Mann aus Öhringen festgenommen. Er ist dringend tatverdächtig, die 70-Jährige getötet zu haben. "Am Tatort wurden DNA-Spuren gesichert, die dem Mann zugeordnet werden konnten“, heißt es in einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft. Außerdem haben Ermittler bei dem jungen Mann einen Gegenstand gefunden, der aus der Wohnung des Opfers stammen soll. Der Verdächtige soll die Tat in einer ersten Vernehmung bestritten haben. 

Der Festgenommene sei der Polizei bereits bekannt wegen Diebstahl und Bedrohung, sagt Rainer Köller, Sprecher des Heilbronner Polizeipräsidiums. Die Identität des Verdächtigen sei noch nicht zweifelsfrei geklärt. Der Mann aus Pakistan wohnte offiziell in einer Unterkunft für Asylsuchende in Öhringen. Gestern wurde er auf Anordnung des Haftrichters in ein Gefängnis gebracht.

Schriftzeichen

Noch völlig unklar ist für die Ermittler das Tatmotiv. Momentan gebe es keine Hinweise auf eine Vorbeziehung zwischen Opfer und Täter, heißt es in einer Mitteilung. Die Ermittlungen in dem Fall dauern deshalb an. In den kommenden Tagen will die Polizei das Ergebnis der Obduktion der Toten veröffentlichen. Auch die Beamten der 39-köpfigen Sonderkommission arbeiten jetzt weitere Spuren ab und gehen Hinweisen nach. 

Offenbar ist noch unklar, wie der mögliche Täter in das Wohnhaus der Toten gelangte. Die Ermittler hätten keine Einbruchsspuren entdeckt, sagt Köller. Zu dem am Tatort gefundenen englischen Schriftzug und den arabischen Schriftzeichen macht er keine weiteren Angaben. "Das ist Täterwissen.“

Die Festnahme ist für viele Untergriesheimer eine gute Nachricht. Klaus Schaffner hofft, dass sich die Aufgeregtheit dadurch ein wenig legt. Man müsse jetzt abwarten, ob die Polizei den Tatverdächtigen auch überführen kann. "Aber wenn das sicher wäre, dann würde das viel zum Dorffrieden beitragen“, sagt der frühere Ortsvorsteher Schaffner. Überall hätten die Menschen den Fall diskutiert – am Wochenende auf dem Sportplatz, beim Gottesdienst oder beim Sonntagsspaziergang. "Und jeder hatte seine eigene These“, sagt ein Mann, der seinen Namen lieber für sich behält.

Mitgefühl

Die Tat hatte viele Menschen in Untergriesheim verunsichert. "Man weiß gar nicht mehr, was man denken soll“, sagt Frau. Die Polizei hätte sogar ihren Mülleimer nach Spuren durchsucht. Die vergangenen Tage hätten für viel Aufruhr gesorgt. Jetzt hoffen alle, dass der Ehemann der getöteten Frau "gut über die Runden kommt“, wie Klaus Schaffner sagt. 

Auch in sozialen Netzwerken wird die Festnahme des Verdächtigen diskutiert. Dort hat sich auch ein Verwandter der Toten geäußert: "Egal welche Nationalität, egal wie hoch die Strafe ausfällt, ihrem Mann wäre es das Liebste, wenn seine Frau noch bei ihm wäre.“

Zeugenaufruf

Der Ermittlungserfolg ist laut Polizei auch den sehr guten Hinweisen aus der Bevölkerung zu verdanken. Die Ermittler hatten vergangenen Woche Zeugen gesucht, die in der Nähe des Hauses des Opfers verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben. Die Polizei sei dankbar, "wenn sich durch die neuen Hinweise weitere Zeugen finden“, sagt Polizeisprecher Sebastian Schwarz. Sie können sich bei der Kriminalpolizei melden unter 07131/104-4444

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