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Acht Fahrgäste pro Quadratmeter

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Wer in einen Bus der Linie 31 von Kirchhausen nach Heilbronn steigt, findet über dem Eingang beim Fahrer ein Schild. Es weist für das Fahrzeug zwischen 34 und 43 Sitzplätze, bis zu 62 Stehplätze und einen Platz für einen Rollstuhlfahrer aus. Gelegentlich steigen auf der Fahrt über Biberach und Neckargartach so viele Menschen zu, dass für Wartende an den folgenden Haltestellen kein Platz mehr ist. Aber auch zu diesen Zeiten befinden sich selten mehr als 40 Stehende im Bus. Würden 62 hineinpassen?

"Nein, definitiv nicht“, meint Fahrgast Stefan Müller aus Biberach, der die Zahl der Stehplätze auf knapp 40 schätzt. Für den Kirchhausener Helmut Vogler beherbergt der Bus 30 Stehplätze, für die Heilbronnerin Merve Demirbay 25. Der Freiburger Sascha Riegel gibt eine Spanne von 20 bis 30 Stehenden an. "Aber 62 passen auf keinen Fall hinein.“

Woher kommt also diese Zahl? Steffen Müller, Abteilungsleiter Fahrdienst bei den Stadtwerken Heilbronn, verweist auf einen deutschen Fahrzeughersteller in Stuttgart, der die Stehplatzzahlen festlege. Auf die Feststellung, dass der Bus vielen Fahrgästen bei 30 belegten Stehplätzen schon voll erscheine, sagt er: "Da sehen Sie, wie wir im ÖPNV haushalten müssen. Wenn Sie glauben, der Bus sei mit 30 Stehenden voll, gibt es eben die Möglichkeit, noch einmal 30 einsteigen zu lassen.“ Den gängigen Ausdruck, ein Bus sei "überfüllt“, weist er zurück. Dank der hohen Stehplatzangabe komme dieser Fall in Heilbronner Stadtbussen nicht vor. "Im Schülerverkehr sind es die Schulranzen, die einen Bus schneller voll erscheinen lassen, als er es tatsächlich ist“, ergänzt Müller.

Völlegefühl

Gelegentlich erreichen den Fahrdienstleiter Beschwerden von Fahrgästen, die in gefühlt vollen Bussen mitfuhren. "Aber wir können nicht auf jeder Linie zu jeder Stoßzeit einen Gelenkbus einsetzen“, meint er und rät Pendlern, Busfahrten zu morgendlichen und abendlichen Stoßzeiten im Voraus zu planen. "Meistens ist es möglich, auf einen früheren oder späteren Bus auszuweichen.“

Ein Sprecher des deutschen Fahrzeugherstellers in Stuttgart erklärt, dass laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) mit acht stehenden Personen pro Quadratmeter gerechnet werden kann. Es handele sich um einen theoretischen Wert, der kaum zu erreichen ist, sagt der Sprecher. Für manche Busse müssten weniger als acht Passagiere pro Quadratmeter ausgeschrieben werden, da sonst die Achsen überlastet würden.

Tür zu

Der Wert spiele im Alltag der Busfahrer kaum eine Rolle, sagt Fahrdienstleiter Müller. "Wir lassen unsere Fahrer nicht zählen. Wenn keine Fahrgäste mehr reinpassen, müssen wir zusehen, dass sich die Türen noch irgendwie schließen lassen.“ Müller versichert, dass mit der Vorgabe keine Beschwerden abgewimmelt würden. "Wir sagen dann nicht: Da waren es aber keine acht Leute auf dem Quadratmeter. Wir schauen immer die Situation an.“ Oft werde aber Platz verschenkt.

 

 

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