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Interkultureller Austausch

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"Der Marktplatz zeigt unser Verständnis von Integration, und wir möchten Werten wie Toleranz, Offenheit sowie Neugier an der Kultur des Anderen einen Raum geben“, sagt Maria Theresia Heitlinger, Pressesprecherin der Würth-Gruppe. An der "Aktionswoche Willkommenskultur“ der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken und des Welcome Center Heilbronn-Franken ist auch die Stiftung Würth beteiligt. Mit einem "Marktplatz der Möglichkeiten“ bietet sie rund 100 Besuchern in Gaisbach ein buntes Rahmenprogramm.

Bevor die Pressesprecherin der Würth-Gruppe den Zuhörern im Alma-Würth-Saal die bewegende Lebensgeschichte der syrischen Familie Hafez vorstellt, eröffnen Harald Unkelbach und der Flüchtlingschor Badinya (deutsch: Familie) den interkulturellen Markttag. "Trotz eventueller unterschiedlicher Werte geht es darum, dass wir gemeinsame Zielvorstellungen in unserem Land erarbeiten“, so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Würth.

"Ich selber bin in einer Zeit aufgewachsen, als die ersten Gastarbeiter aus Italien nach Deutschland kamen und zunächst leider als Spaghettifresser beschimpft wurden. Heute können Flüchtlinge und Menschen aus anderen Kulturkreisen bei uns hoffentlich schneller Wurzeln fassen“, ergänzt er.

Perspektiven

Der langjährige Präsident der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken sieht durch den Flüchtlingszuwachs durchaus Perspektiven für die heimische Wirtschaft. Vor allem im Handwerk lasse sich der Fachkräftemangel in einigen Berufsgruppen reduzieren. "Die Ausbildungsabschlüsse von Flüchtlingen sollten aber noch rascher anerkannt werden“, zeigt Harald Unkelbach neben dem Sprachproblem auch ein großes bürokratisches Hemmnis auf. 

Deutsch ist eine schwere Sprache – das bestätigen an diesem Nachmittag auch viele Flüchtlinge mit einem leichten Schmunzeln. Dass aber Musik eine der besten Sprachbrücken ist, dokumentiert der stimmgewaltige Auftritt des Flüchtlingschors Badinya.

Chorleiter Tobias Frank-Fleck und sein knapp 20 Mann starkes Gesangsteam präsentieren dem Publikum unter anderem den deutschen Weihnachtsklassiker "Kling, Glöckchen, klingelingeling“. Bei gekonnten Rap-Einlagen in nigerianischem und kurdischem Sprachdialekt zeigt sich zudem das individuelle Talent der Flüchtlinge.

Neustart

Ins Gespräch mit den Flüchtlingen kommen Einheimische vor allem im Betriebsrestaurant. Dort erzählt Emad Hafez (55) von seiner Flucht aus Syrien und dem Neustart in Deutschland, der seine Familie ins Hohenloher Land führte. Als Ingenieur habe er in Aleppo gutes Geld verdient, bevor der Krieg kam, der ihm und seiner Familie die komplette Existenz raubte, erzählt der Familienvater in englischer Sprache.

"Er übt aber schon fleißig Deutsch“, wirft Gabriele Ernst ein. Als Sprachlehrerin bringt sie in den Integrationskursen der Akademie Würth vielen Flüchtlingen die Tücken der deutschen Sprache näher.

Laith, der 17-jährige Sohn von Emad Hafez, richtet sich in gutem Deutsch an die Marktplatzbesucher. "Ihr braucht keine Angst vor uns zu haben. Wir wollen die Gesetze hier achten und mit euch in Frieden zusammenleben“, so sein Appell. Bewegungsangebote, Erste-Hilfe-Kurse, Führungen durch die Sammlung Würth sowie Mitmach-Übungen der Werksfeuerwehr runden das bunte Programm am Markttag ab.

Integrationskurse

Die Akademie Würth führt sowohl in der Öhringer Moschee als auch in Künzelsau-Gaisbach umfangreiche Integrationskurse für Flüchtlinge durch. So gibt es an beiden Standorten Deutschkurse mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. "Ein Integrationskurs umfasst bei uns in der Regel 600 Unterrichtseinheiten“, erklärt Kursleiterin Gabriele Ernst. Neben dem Auf- und Ausbau von deutschen Sprachkenntnissen stehen in den Kursangeboten auch Orientierungshilfen im Fokus. So werden die Kursteilnehmer im Integrationszentrum in Gaisbach unter anderem beim Umgang mit Behörden und Ämtern unterstützt.

 

 

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