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Lebensfreude und Harmonie in der Manege

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Wenn sich der Heilbronner Weihnachtszirkus ankündigt, stellt sich inzwischen immer auch die Frage: Wie steht es mit den Wildtieren in der Manege. Erst im Jahr 2020 greift das Verbot der Stadt Heilbronn, und so lange wollen die Zirkusmacher Sascha Melnjak und Uwe Gehrmann auch Tiernummern zeigen: Raubkatzen und Elefanten im Wechsel.

Im diesjährigen Programm, das am 21. Dezember Premiere feiert, sind wieder die Dickhäuter an der Reihe. Adriana Folco heißt die Tierlehrerin aus einer alt eingesessenen Zirkusfamilie, die mit ihren beiden indischen Elefanten erwachsen wurde. Folco habe eine besondere Art, mit ihnen umzugehen. "Die Harmonie zwischen Mensch und Tier und deren Beziehung zueinander stehen bei der Nummer im Mittelpunkt“, sagen Melnjak und Gehrmann.

Haltung

Die Aufregung um die Haltung von Elefanten im Zirkus kann das Duo nicht nachvollziehen, weil die Tiere dort sehr gut versorgt seien. In der freien Wildbahn werden Elefanten im Schnitt nur 40 Jahre alt. "Dieses Alter haben Zirkuselefanten längst überschritten.“ Weil seit dem Washingtoner Artenschutzabkommen von 1976 keine Elefanten mehr importiert werden dürfen, nimmt deren Zahl im Zirkus stetig ab. Melnjak schätzt, dass in deutschen Zirkussen noch 38 Elefanten leben.

Nachwuchs gibt es nicht, weil so gut wie keine männlichen Tiere gehalten werden. "Die Zahl der Elefanten reduziert sich jedes Jahr, weil Tiere altershalber sterben und keine neuen dazukommen.“ In spätestens 15 Jahren, so schätzt Melnjak, werde es in europäischen Zirkussen keine Elefanten mehr geben. Sie den Haltern vorzeitig wegzunehmen und in ein anderes Umfeld zu bringen, "wäre der Tod der Tiere.“

Ausstrahlung

Die Zirkusdirektoren sind überzeugt, auch mit den weiteren Programmpunkten den Nerv der Zeit getroffen zu haben: "Wir haben viele junge Artisten aus Südamerika und aus Afrika dabei, tolle Typen, die sehr viel Lebensfreude, aber auch Hochspannung in die Manege bringen.“ Weniger technische Höchstleistungen stünden im Vordergrund, die die Menschen oft wie Maschinen erscheinen ließen, sondern viel mehr Charisma und persönliche Ausstrahlung der Künstler. Ein bisschen mehr Leichtigkeit passe sehr gut in die eher angespannte Stimmung unserer Tage.

Tempojongleure und Handstandartisten bietet die Zirkusshow, dazu Hochseilakteure, Trapezakrobaten und Menschenpyramiden – einige Preisträger vom Zirkusfestival von Monte Carlo sind dabei. Bei weiteren Tiernummern stehen Pferde, Kamele und Hunde im Mittelpunkt. Elefanten-Trainerin Adriana Folco war bereits im ersten Weihnachtszirkusprogramm 1999 zu sehen, damals noch als Akrobatin. Mit Moderator Fabian Egli, dem Zirkusorchester Kozachuk und Lichttechniker Enrico Zappe kommen alte Bekannte nach Heilbronn.

Vom Zirkusplakat grüßt "Henry, the Prince of Clowns“ – ein Comedian aus Venezuela, der im größten Zirkus Südamerikas aufgetreten ist und den Uwe Gehrmann in Ungarn entdeckt hat. "Er hat eine liebevolle Art, mit dem Publikum umzugehen und ist ein Sympathieträger.“

Die Hysterie um die sogenannten Horrorclowns sei hoffentlich wieder vorbei und habe den Zirkusclowns nicht allzu sehr geschadet, erwarten die Zirkusmacher. Die Spaßmacher aus der Manege seien ziemlich sauer auf die diejenigen, die ihnen den Spaß am Beruf zu verderben suchten. In die Schlagzeilen geriet zudem Zirkusclown David Larible, der des Kindesmissbrauchs verdächtigt wird. Er sollte im Stuttgarter Weihnachtszirkus auftreten. Seine Nummer wurde aus dem Programm genommen. Melnjak und Gehrmann sind froh, ihn nicht für Heilbronn engagiert zu haben.

Vorverkauf

Sehr viele Karten werden inzwischen über den Online-Vorverkauf bestellt. "Dort waren einige Vorstellungen bereits als ausverkauft gemeldet“, berichtet Weihnachtszirkus-Macher Sascha Melnjak. Ein Großteil der nummerierten Sitzplätze zwischen den Jahren sind zwar bereits weg, aber es seien weiterhin Tickets für alle Vorstellungen erhältlich. Karten gibt es hier. Diese müssen am heimischen PC selbst ausgedruckt werden.

Handy-Tickets sind technisch noch nicht möglich, informiert Melnjak. Nach wie vor läuft der Vorverkauf unter anderem auch über die Geschäftsstellen der Heilbronner Stimme sowie die Tourist-Information in der Kaiserstraße sowie über die Ticket-Hotline 0700 59800000. Ab 12. Dezember ist die Zirkuskasse auf der Theresienwiese geöffnet.

 

 

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