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Zukunft von Bäckerei Brecht ungewiss

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Nach Informationen unserer Zeitung sollen Mitarbeiter unzufrieden gewesen sein, weil ihr Gehalt zu spät ausgezahlt worden sei. Außerdem sind "falsche Gerüchte“ im Umlauf, bestätigt Robin Brecht, der nach dem überraschenden Tod seines Vaters seit wenigen Wochen den Betrieb leitet. Er spricht Klartext: Entweder man höre zum 1. Januar ganz auf, "oder wir werden übernommen“.

Verantwortung

Er habe sich von den betreffenden Mitarbeitern mehr Verständnis für die aktuelle Situation erhofft, sagt Brecht. Sie hätten an den beiden Tagen Anfang der Woche Überstunden abgefeiert. "Ich bin erst 20 Jahre alt und stehe jetzt vor dieser großen Verantwortung“, so Brecht.

Der Obermeister der Heilbronner Bäcker-Innung, Bernhard Kuhn, kann diese Worte nachvollziehen. "Es ist eine Riesenbelastung für einen so jungen Menschen, eine Bäckerei zu führen.“ Vor diesem Hintergrund könne es auch passieren, dass Gehalt mal etwas später ausgezahlt werde. Es sei schade um das Backhaus Brecht, "damit fällt wieder ein Stück Backkultur weg“.

Jeder Angestellte habe bislang sein Gehalt bekommen, sagt Robin Brecht weiter. Er habe nun zwei Mitarbeiterinnen fristlos gekündigt wegen ihres Verhaltens, so Brecht weiter – obwohl Personalmangel eines der Probleme für den Bäckereibetrieb sei. Die betroffenen Filialen waren ohne Angabe von Gründen beziehungsweise einen Aushang an den Eingängen geschlossen.

Mitarbeiterinnen am Hauptsitz in Neckarsulm nehmen Robin Brecht in Schutz und wollten zum jetzigen Zeitpunkt am liebsten gar nichts in der Zeitung lesen. Aus ihrer persönlichen Sicht mag das verständlich sein – doch viele Kunden und auch die mehr als 20 Mitarbeiter des Backhauses fragen sich, wie es weitergehen wird. "Es stimmt. Uns sprechen sehr, sehr viele Menschen darauf an, was jetzt aus uns wird“, berichtet Brecht.

Drei Interessenten

Es störe ihn, dass so viele Spekulationen geäußert werden. Es liefen Gespräche mit drei Interessenten. Vor Weihnachten noch werde man mehr wissen, kündigt Robin Brecht an. Es sei wahrscheinlich, dass der Betrieb übernommen werde. "Wir tun alles dafür.“ Noch nicht bekannt geben möchte Brecht, welche Bäckereibetriebe Interesse an einer Übernahme bekundet haben. Bäckermeister Heiko Ludwig Brecht war am Sonntag, 9. Oktober, überraschend im Alter von 52 Jahren verstorben.

Nach Angaben von Bernhard Kuhn, Obermeister der Bäckerei-Innung, wäre eine Fortführung der Bäckerei Brecht auch unter dem 20-jährigen Sohn des verstorbenen Bäckermeisters möglich gewesen – obwohl dieser erst 2015 die Gesellenprüfung abgelegt habe. Es gebe eine Kulanzzeit, bis eine Meisterprüfung vorzuweisen sei. Es sei für Außenstehende schwer vorstellbar, wie viel bürokratischen Dinge in einem Bäckereibetrieb anfielen, "selbst wenn man einen Steuerberater hat.“

 

 

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