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Kommt Uni Mannheim nach Heilbronn?

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Große Unruhe auf dem Bildungscampus der Dieter-Schwarz-Stiftung Heilbronn: Die Stiftung und Professor Dirk Zupancic, Präsident der German Graduate School of Management and Law (GGS), trennten sich gestern "im gegenseitigen Einvernehmen mit sofortiger Wirkung“. Grund seien "Differenzen über die strategische Ausrichtung“.

Auslöser der Eskalation: Die Mannheim Business School (MBS) und die Fakultät für Betriebswirtschaftslehre der Universität Mannheim führen Gespräche mit der Stiftung über den Aufbau eines Campus in Heilbronn. In den Verhandlungen, die nach Auskunft der Beteiligten "ganz am Anfang stehen“, geht es darum, dass die Mannheimer Teil des Bildungscampus der Stiftung werden. Für Heilbronn würde das bedeuten: Die bestehende GGS würde in der MBS aufgehen.

Friktionen

Ganz ohne Friktionen würde die Fusion der beiden Business Schools nicht über die Bühne gehen, das war schon in den letzten Tagen klar geworden: Die GGS, gemeinsam geleitet von den beiden Professoren Dirk Zupancic (47) und Tomas Bayon (51), ist bisher selbstständig. Vor allem Zupancic ist als GGS-Präsident in Stadt und Region bekannt und wird als "Galionsfigur“ der GGS wahrgenommen. Ganz so, wie die Stiftung als Finanzier der GGS den selbstbewussten Professor, der von der renommierten Universität St. Gallen kam, 2011 ankündigte.

Die GGS macht immer wieder mit Veranstaltungen und prominenten Rednern auf sich aufmerksam. Aktuell zählt sie in ihrem elften Jahr 300 Studierende in den berufsbegleitenden Masterprogrammen. Bayon soll die GGS weiter leiten.

"So erfolgreich war man noch nie“, bedauert Dr. Erhard Klotz (78), die Trennung von Zupancic. Der Erfolg sei der von Zupancic und Bayon. Gleichwohl sieht er in der MBS "eine diskutable und zukunftsfähige Option“. Klotz hatte als Stiftungsgeschäftsführer die GGS zehn Jahre lang begleitet.

Für den heutigen Geschäftsführer der Schwarz-Stiftung, Professor Reinhold Geilsdörfer (66), ist bei seinen Gesprächen mit den Mannheimern klar: Auch wenn die GGS in der MBS aufgehe, müsse der Campus Heilbronn weiterhin "ein Gesicht haben, das diese Einrichtung repräsentiert“. Für die Mitarbeiter gebe es eine Beschäftigungsgarantie. Die Studierenden könnten ihr Studium an der GGS ohne Einschränkungen zu Ende bringen.

Die Mannheimer können bei ihren Gesprächen einiges in die Waagschale werfen. Die MBS gehört in weltweiten Rankings zu den Top 50 der Business Schools. Mit der Kooperation wäre es in Heilbronn "auf Dauer möglich, wirtschaftswissenschaftliche Forschung und Lehre auf weltweitem Spitzenniveau“ anzubieten, heißt es auf Stimme-Anfrage in einer gemeinsamen Erklärung. Die Universität Mannheim könne zudem "eine international wettbewerbsfähige Doktorandenausbildung“ bieten.

Doktoranden

Um das Promotionsrecht kämpfte die GGS schon lange. Allerdings gab es keine positiven Zeichen des Wissenschaftsministeriums, dass man der privaten Hochschule dies einräumen würde. Die angestrebte Kooperation zwischen Uni und Stiftung sieht eine eigene Lehr- und Forschungseinheit in Heilbronn vor. Es sollen "eine Reihe zusätzlicher Professuren an der Fakultät für Betriebswirtschaftslehre der Universität Mannheim geschaffen werden“, so die Erklärung. Einige der Professoren sollen in Heilbronn angesiedelt sein. Ziel sei es, "einen privat finanzierten Exzellenz-Cluster Mannheim-Heilbronn zu schaffen, der mit Hilfe der Schwarz-Stiftung zu einem weltweit führenden Standort für Forschung und Lehre in der Betriebswirtschaftslehre ausgebaut werden soll“.

Namen und Zahlen zu GGS und MBS

Dirk Zupancic kam 2011 zur German Graduate School (GGS). Sie hat auf dem Bildungscampus der Dieter-Schwarz-Stiftung an der Mannheimer Straße in Heilbronn seit dessen Eröffnung 2009 ein Gebäude mit 2500 Quadratmetern. Aktuell gibt es 300 Studenten und 67 Mitarbeiter. Seit der Gründung vor zehn Jahren (als Heilbronn Business School) gab es 527 Absolventen. Ein zweijähriges MBA-Studium an der GGS kostet 29.500 Euro, die Stiftung gibt einen Zuschuss von 11 800 Euro.

Die Mannheim Business School (MBS), eine Tochter der Uni Mannheim, hat 640 Studenten und 45 Mitarbeiter. Die MBS trägt sich aus dem operativen Geschäft selbst. Heilbronn und Mannheim verbindet der frühere Wissenschaftsminister Peter Frankenberg: Er war 1994 bis 2001 Mannheimer Uni-Rektor, heute sitzt er der Gesellschafterversammlung der Schwarz-Stiftung vor.

 

 

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