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Buga-Brücke erst nach 2019

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Die Fußgänger- und Radwegbrücke beim Heilbronner Hauptbahnhof, die den Willy-Brandt-Platz mit der Bundesgartenschau und den Stadtteil Neckarbogen verbinden sollte, wird aus Kostengründen nicht bis zur Buga gebaut, sondern unmittelbar nach 2019. Das sagte Oberbürgermeister Harry Mergel gestern Abend bei einer Sondersitzung des Heilbronner Gemeinderates. Der Forderung der Grünen-Fraktion, die eingestellten Haushaltsmittel von rund 9,2 Millionen Euro einer zweckgebundenen Rücklage für den späteren Neubau zuzuführen, entsprach Mergel. Bei einer Enthaltung (Pro Heilbronn) stimmte das Gremium dieser Vorgehensweise zu.

Finanzielle Verschiebung

Leidenschaftlich begründetet Oberbürgermeister Mergel seine Entscheidung. Bei einer Kostensteigerung von 7,6 Millionen auf 14,3 Millionen Euro könne das Projekt nicht guten Gewissens umgesetzt werden: "Der Bau wäre fahrlässig gewesen.“ Unverständlich ist ihm, dass die Buga ohne Brücke keine Höhepunkte mehr bieten soll: "Wir werden 2019 eine einzigartige Bundesgartenschau erleben.“ Als "Unsinn“ bezeichnete er Ansichten, die Brücke werde auch nach 2019 nicht realisiert. Zur Arbeit im Baudezernat hinsichtlich der Brückenplanung sagte Mergel: "Ich habe keine Fehler festgestellt.“

"Wenn sich die Kosten so entwickeln, dann muss ein Gemeinderat Realitätssinn zeigen“, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Throm. Für die Entscheidung des OB, den Bau der Brücke zu verschieben, äußerte er "großen Respekt“. "Wer Verantwortung für kommunale Finanzen hat, der darf die Brücke nicht auf Teufel komm raus durchdrücken“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Rainer Hinderer. Dass die Verwaltung die Reißleine ziehe, sei richtig. 

Große Entscheidung

Heftig und wortgewaltig kritisierte FWV-Stadtrat Malte Höch die Verwaltung, weil die Stadträte die Entscheidung, den Bau der Brücke zu verschieben, aus der Heilbronner Stimme und nicht vom OB erfahren hatten: "So geht man mit dem Gemeinderat nicht um.“ Den Blick nach vorne richtete Grünen-Stadtrat Alexander Habermeier: "Wir müssen jetzt Geld in die Hand nehmen und den Weg vom Hauptbahnhof zur Bundesgartenschau attraktiv gestalten.“

"Verantwortung zu übernehmen, heißt manchmal, unangenehme Entscheidungen treffen zu müssen“, merkte FDP-Fraktionssprecher Nico Weinmann an. Die Liberalen tragen die Entscheidung mit, "weil wir die Risiken Finanzen, Zeitdruck und daraus resultierendes Erpressungspotenzial sehen“.

Ohne die Brücke befürchtet Pro Stadtrat Alfred Dagenbach "den Absturz der Buga in die Mittelmäßigkeit“. Für Stadträtin Birgit Brenner (Bunte Liste) war die Brücke schon immer "nur ein Prestigeobjekt“. Stadträtin Gisela Haellmigk (Liberal-Konservative Reformer) appellierte an die Bürger, "die Buga jetzt nicht schlecht zu reden“.

"Dass die Brücke, die bei den vielen Bürgern geschätzt war, nicht bis 2019 gebaut wird, dafür entschuldige ich mich“, sagte Hanspeter Faas. Der Buga-Geschäftsführer sagte aber auch: "Ich habe sie nie als Highlight, sondern als zwingende Maßnahme für den Neckarbogen gesehen.“ Eine Bundesgartenschau brauche nicht ein Highlight, sondern viele Höhepunkte: "Unser Buga-Konzept bricht ohne die Brücke nicht zusammen.“

 

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