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Lustig, lässig, ausgelassen

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Ein Wochenende Gauditurnier in Elsenz: Für den Stadtteil sind das Nationalfeiertage. Der ganze Ort ist auf den Beinen, Teilnehmer liefern sich feuchtfröhliche Wettbewerbe – eher als Abkühlung vom Feiern denn als sportliche Herausforderung.

Ausgelassene Stimmung

Fast 150 Wassersportler gingen an den Start. Die Paradedisziplin, das Schaulaufen mit selbst gebauten Booten, ging wegen des Gewitters am Sonntag mit Verspätung über die Bühne. "Wo bleibt der Matsch?“ Bevor es auf dem Wasser ernst wird, liefert sich Andreas Gassmann ein kleines Wortgefecht mit Organisator Mike Frank. War da nicht voriges Jahr dieses hübsche Schlammloch neben seinem Zelt, so etwas will der Teilnehmer aus Stutensee-Spöck wieder haben.

Was er mit dem Schlamm anzustellen gedenkt, verrät Gassmann nicht. Der Deal wird besiegelt. Nächstes Jahr gibt es wieder eine Schlammpfütze. Versprochen. "Die Turnierleitung“, erklärt Frank, "ist schließlich mit Freigetränken zu bestechen.“ Gassmann dreht ab und stimmt mit seinen Kumpels von der Guggenmusik-Combo namens Scheiererborzler den abgewandelten Mallorca-Hit an, der zwei Tage lang immer wieder über das Gelände am See klingt. "Elsenz ist nur einmal im Jahr.“ 

Wettkampf

Schade eigentlich. Elsenz ist lässig, ausgelassen, lustig und friedlich – eine große Party unter den schattigen Bäumen oder im gar nicht so kühlen Wasser des Sees. "Wo gibt es so etwas schon noch“, fragt Gaudi-Wettkämpfer Michael Becker.

Solche Motto-Partys mit sportlichen Wettkämpfen seien in der Region fast ausgestorben. Junge Leute könne man mit einem Fußballturnier oder Ähnlichem nicht mehr hinter dem Ofen vorlocken. "Aber wenn du eine LAN-Party machst, dann sind sie alle da.“ LAN ist in Elsenz nicht das Thema, Wahn trifft es schon eher, oder: eine Wahnsinns-Gaudi. Zum Start stechen die Teams mit etwas trägen Schwimmreifen in See. Es gilt, eine Boje zu umschiffen und, zurück in Ufernähe, Bälle in Fässer zu werfen.

Wer es schafft, bekommt – richtig – ein Freigetränk. Wer gegen die nicht näher erläuterten Regeln verstößt, bekommt eine Strafzeit aufgebrummt. "Die werden nach Ermessen der Turnierleitung zugeteilt“, erläutert Mike Frank, Ortsvorsteher und Mitorganisator vom Verein Hallo-Team Elsenz.

Alternative zum Dorffest

Ausgepowert vom Paddeln, erholen sich die Wassersportler abends beim Konzert von Gimme Five und Barbed Wire, gemeinsam mit mehreren Tausend Zuschauern. In den Anfangszeiten spielten die Bands noch vom Lkw-Anhänger herab, heute macht die Bühne richtig was her. Seit 1994 gibt es das Turnier am Seeufer, damals wollten junge Leute eine Alternative zum Dorffest etablieren. Jetzt ist die Organisation in den Händen des Hallo-Teams, das rund 150 aktive Helfer zählt und den Erlös der Sause spendet. Hilfsorganisationen aus der ganzen Region wurden in den vergangenen Jahren bedacht. 

Für Elsenzer gehört das Turnier einfach zum Jahresablauf. "Beschwerden wegen der Lautstärke gab es aus dem Ort noch nie“, berichtet Mike Frank. Wohl aber aus Nachbargemeinden. Ganz so lang wie früher, als auch morgens um 5 noch nicht Zapfenstreich war, gehe die Fete heute aber nicht mehr. Michael Becker und seine Guggen-Kollegen finden das Fest genau richtig. "Vollgas olé“, ruft die Truppe und startet durch zum nächsten Wettkampf am Wasser.

 

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