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Der Hype um den Heimat Gin

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Die drei Freunde sind vollkommen überrascht von dem, was aus ihrer kleinen Idee gerade wird. "Innerhalb von 24 Stunden waren die ersten 50 Flaschen, unsere erste Charge, weg, und seitdem gibt es immer schon Vorbestellungen auf die nächste", freut sich Raphael Heiche (28)Gin nennt sich das Getränk, das er mit seinen Freunden Marcel Eßlinger (30) und Rouven Richter (29) Mitte Mai auf den Markt gebracht hat. Ein Gin, der Niederhofen intus hat.

Der Ursprungsgedanke

Bernhard Richter ist Rouvens Vater, Heiches Schwiegervater und außerdem Brenner in der fünften Generation. Obst- und Edelbrände von heimischen Streuobstwiesen sind sein Metier. "Ich wiederum bin ein Liebhaber von Gin, und da dachte ich, warum sollte man das nicht einfach mal probieren, schließlich haben wir ja alles da", schildert Raphael Heiche den Ursprungsgedanken. Zu Weihnachten bekam er ein Gin-Set geschenkt und tüftelte sofort am Rezept. Langsam tastet er sich heran. "Uns war wichtig, dass er den Charakter von hier bekommt, deswegen verwenden wir Äpfel und Birnen sowie hiesige Kräuter, wie Spitzwegerich und Wiesensalbei, die wir selbst gesammelt haben." Den ganzen Frühling waren die drei auf Wiesen unterwegs, um sich einen tiefgefrorenen Vorrat anlegen zu können. Insgesamt 17 verschiedene Botanicals, so heißen die Zusätze aus der Natur, geben dem Heimat Gin seinen Geschmack. Dann wird am Brennkessel getüftelt. Denn auch das sei eine Wissenschaft für sich, gibt Richter zu. Kräuter anstoßen ja oder nein, wie lange einwirken lassen und wann ziehe ich den Vorlauf weg? "Da haben wir auch schon schmerzliche Erfahrungen gemacht und alles wegkippen müssen." Die Grundlage von Gin ist 96-prozentiger Reinalkohol, der zunächst auf 30 Prozent runtergesetzt wird, um dann die Botanicals dazu zu geben. Im Brennkessel, der 150 Liter fasst und ganz traditionell mit Holz befeuert wird, steigt der Dampf hoch, wird abgekühlt, drei Mal geklärt und läuft dann ab.

Handarbeit bei der Herstellung

Diese Handarbeit ist dem Trio auch wichtig. "Viele lassen einfach irgendwo brennen und kleben dann ihr Etikett drauf, aber so mit eigenem Rezept, selber Kräuter sammelnd und so, das ist schon selten", ist Eßlinger überzeugt. Abgefüllt wird der Gin in Steinzeugflaschen, damit er noch atmen kann. Mit dem Heimat Gin geht für die drei Freunde ein Traum in Erfüllung. "Wir kennen uns schon ewig und wollten immer schon eine Firma haben." Und jetzt gehe plötzlich alles ganz schnell. So schnell, dass sie mit dem Nachschub kaum nach kommen. Denn das Ganze ist immer noch Hobby, alle drei gehen ganz normalen Jobs nach, können deswegen nur am Wochenende und dann eben nur in überschaubaren Mengen produzieren. "Das Coole ist aber, dass wir unsere Besprechungen auch beim gemeinsamen Grillen machen können", findet Richter.

Lieferung bis nach Brasilien

Das Getränk gibt es auf der eigenen Internetseite, aber inzwischen auch schon in Feinkostläden in der Umgebung. "Ich wurde sogar schon angeschrieben, weil Kunden danach gefragt hätten", ist Marcel Eßlinger einigermaßen überrascht. Täglich gehen Bestellungen ein, sogar bis nach Brasilien wurde schon eine Flasche verschickt. Der Heimat Gin spricht sich herum, deswegen möchten die Niederhofener gerne auch in Bars und weiter in den stationären Handel hineinkommen. Außerdem wollen sie ihre Abläufe noch optimieren, um konstanter lieferfähig zu sein. "Das ist einfach total spannend, was hier passiert", freut sich Raphael Heiche.

 

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