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Von der Antike bis in die Neuzeit

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Ein wildes Lichtspektakel bietet sich den Zuschauern am Sonntagabend auf der Bühne des Großen Hauses im Theater Heilbronn. Die Heilbronner Majoretten wirbeln ihre Stäbe, bis sie glühen und dabei auch noch die Farbe wechseln. 

Tänzer allen Alters

So stellen sie sich den Urknall vor, den Anfang allen Lebens auf der Erde. "1, 2, 3 im Sauseschritt“ bewegen sich die Tanzgruppen des Vereins Kunst 07 durch die Zeit. Es ist die große Jubiläumssoirée zum zehnjährigen Bestehen des Heilbronner Tanzvereins. Rund 160 Tänzer, quasi jeden Alters, in mehreren hundert liebevoll gestalteten Kostümen haben mehr als ein Jahr lang für diesen Auftritt geprobt. Viele kleine Details und die ausgefeilten Choreographien der Trainerinnen lassen das Publikum im vollbesetzten Saal staunen, lachen und mitfiebern. 

Zuckersüß natürlich sind die Kleinsten in ihren Dinokostümen. Zum ersten Mal tanzen auch Vorschulkinder bei Kunst 07, da klatschen alle, nicht nur die Eltern, verzückt im Takt. Die Zuschauer gehen mit, passt es zur Musik, wird begeistert geklatscht, ist es angemessen, zu Staunen, wie beim mitreißenden Tanztheater rund um das Drama der Antigone, wird im Saal auch mal andächtig geschwiegen.

Es ist ein wilder Ritt durch die Zeit, schließlich müssen Jahrtausende in zwei Stunden gepresst werden. Kaum sind die Feuersteins von der Bühne, biegen und wiegen sich kleine Ägypterinnen zur Musik. In fließendem Übergang tanzt das Volk im Mittelalter ob der angekündigten Vermählung der Prinzessin. Immer wieder schaffen kleine Theaterszenen die richtige Atmosphäre, versetzen den Zuschauer in die passende Zeit. Wenn es nicht schon die ausgefeilten Kostüme tun.

Ritt durch die Zeit

Schaurige Indianer tanzen sich ihren Frust über die Besiedlung ihres Landes von der Seele, und niedliche Hofdamen spielen mit Augenaufschlag und Fächern am Hof des Sonnenkönigs. Die Truppe ist in Frankreich gelandet, die Revolution darf da nicht fehlen. Köpfe rollen, Flugblätter fliegen und Fahnen werden zur Marseillaise geschwungen. Die Energie der Tänzer überträgt sich mit jedem Schritt aufs Publikum, der Funke der Begeisterung für ihr Hobby springt über.

Es ist Zeit, ins 20. Jahrhundert zu fliegen. Dampfmaschinen der Majoretten werden lebendig und erinnern mit ihrem vergitterten Mundschutz stark an Hannibal Lecter. Gut, dass die Goldenen Zwanziger etwas fröhlicher daherkommen. Der Charleston-Tanz reißt einfach mit, erst recht mit Federn und Fäden am Kleid. Petticoats und Schmalztolle, Breakdancer und die schwedische Popgruppe Abba – die Zeit bis zur Jahrtausendwende vergeht wie im Flug.

Auf dem Oktoberfest wird ausgelassen gefeiert, bevor es noch weiter in die Zukunft geht. Diese trägt erstaunlich viele japanische Züge, bis der Film "Die Tribute von Panem“ auf der Bühne dramatisch zu Ehren kommt. Wer weiß schon, wie die Zukunft wirklich aussieht? Zeit zu feiern, das Leben und den Geburtstag von Kunst 07 und dafür treten sie alle noch einmal gemeinsam auf – Riesentorte und Blumensträuße inklusive. 

 

 

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Am 29. Oktober öffnen die Heilbronner Geschäfte bis 22 Uhr ihre Türen.