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Der Mörder ist immer der Beamte

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"Ich bin nicht aufgeregt, ich mache das eigentlich schon von Kindesbeinen an“, sagt Laura Gebhardt aus Kupferzell-Füßbach selbstbewusst. Als Lola Schulz spielt die 19-Jährige, erstaunlich routiniert, die Barkeeperin in der "Bar jeder Vernunft“ – eine Hauptrolle. "Die Laura ist schauspielerisch eine Eins“, lobt Franziska von Stetten, die das Krimi-Dinner organisiert. 

Ratespiel und Gourmetküche

Es ist der harte Kern des Burgfestspiele-Ensembles, der sich zum ersten Mal an eine derartige Aufführung in der Brunnenhalle auf Schloss Stetten wagt. "Das Spannende ist, dass wir schnell auf das Publikum reagieren müssen“, erklärt Wolfgang Utner. Der 60-jährige führt Regie beim Krimi-Dinner. Gleichzeitig ist Utner einer der sogenannten Pausenclowns, die dafür sorgen, dass das Publikum mitspielt.

Denn das Krimi-Dinner ist nicht nur ein Schauspiel, das von einem in der Residenzküche frisch zubereiteten vier Gänge-Menü begleitet wird, sondern auch ein Ratespiel. Unter dem Motto "Bühne frei für Mord“ sollen die Zuschauer herausfinden, wer der Mörder ist. Daneben wird noch der eine oder andere spontane Mitspieler aus dem Publikum gesucht. "Wir brauchen einen Arzt, zwei Polizisten und zwei Leute vom Rettungsdienst und mein Job ist es, die Besucher zum Mitspielen zu animieren und entsprechend einzukleiden“, erläutert Charlotte Carle, die auch noch für die Kostüme zuständig ist. Damit bei den vielen Unabwägbarkeiten an den vier Aufführungsabenden auch alles klappt, wird seit Wochen kräftig geprobt.

Der Mörder ist nicht der Gärtner

"Schick siehst Du aus, fast zu schade um Dich umzubringen“, scherzt Wolfgang Utner mit Melanie Jovic, die im engen kurzen Rock die Katja Schwarz spielt. Sie mischt in der "Bar jeder Vernunft“, der Stammkneipe der örtlichen Finanzbeamten, den Laden ganz schön auf. "Wenn die in die Hölle kommt, kann der Teufel seine Koffer packen“, urteilt Lola über die neue stellvertretende Amtsleiterin in der örtlichen Behörde. Dass sie auch reihenweise den Männern den Kopf verdreht, macht die Suche nach ihrem Mörder nicht leichter. "Ich spiele schon seit der 5. Klasse in der Theater AG mit, aber die Rolle der Finanzbeamtin ist in meinem Alter schon eine Herausforderung“, so Melanie Jovic. Eine Herausforderung, die die 21-jährige bei den Proben zum Krimi-Dinner sehr gut meistert. "Im Burggraben ist die körperliche Anstrengung größer und man muss viel lauter sprechen“, betont Hermann Kappes, der seinen Finanzbeamten mit Leidenschaft verkörpert.

Und auch die Stetten-Oldies, die Hausband auf dem Schloss, mischt in dem Stück kräftig mit. Mit dem Kriminaltango und Pink-Panther spielen die Oldies die Erkennungsmelodien, die den Zuschauern anzeigen, dass das Theaterstück fortgesetzt oder der nächste Gang des Menüs gereicht wird. "Ich kann auf jeden Fall versprechen, dass es ein sehr überraschendes Ende gibt“, verrät Wolfgang Utner. "Der Gärtner ist es auf jeden Fall nicht“, ergänzt Franziska von Stetten. 

 

 

 

 

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