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Fragen nach Tod einer Zwölfjährigen

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Eine Danksagungsanzeige, die am vergangenen Samstag in dieser Zeitung veröffentlicht wurde, wirft Fragen auf. Die Eltern trauern um Ana Sofia Dahl Villegas, "die nach einem tragischen Unglück in Prag“ am 24. August dieses Jahres gestorben ist. Die zwölfjährige Öhringerin kam offenbar nach einem Badeunfall in der Tschechischen Republik ums Leben. Ana war dort wegen eines Rückenleidens zusammen mit ihrer Zwillingsschwester und ihrer Mutter in einem Hotel auf Reha-Urlaub (Stern-TV berichtet morgen auf RTL ab 22.15 Uhr). 

Schwere Vorwürfe

Die Eltern erheben schwere Vorwürfe gegen den Betreiber des Hotels. Auf der Facebook-Seite "Parents4safety“ machen sie ihn für das Unglück in dessen Hotelpool verantwortlich. Demnach soll der Sog einer Pumpe die Zwölfjährige unter Wasser angesaugt haben. Die Zwillingsschwester soll das Unglück beobachtet und nach der Mutter gerufen haben. Zu zweit sollen sie versucht haben, das Kind aus dem Sog zu befreien. Die Ansauganlage sei so stark gewesen, dass am Ende acht Menschen nötig gewesen seien, um das Kind loszureißen. Es vergingen 20 Minuten, bis die Helfer Ana aus dem Wasser zogen, steht auf der Facebook-Seite von "Parents4safety“. Erste Wiederbelebungsversuche am Beckenrand und später im Rettungswagen blieben erfolglos. Nach sechs Tagen im Koma sei Ana auf der Intensivstation eines Prager Krankenhauses infolge ihrer schweren Verletzungen gestorben. 

Auf Nachfrage antwortet eine Mitarbeiterin des Hotels, dass man wegen des Vorfalls traurig sei. Zur Sache möchte sie sich wegen laufender Ermittlungen nicht äußern. Anas Vater sagt, man habe blindes Vertrauen in die Reha-Klinik gehabt. "Sie war eine exzellente Schwimmerin, wie ein Delfin im Wasser. Sie konnte sicher tauchen.“ Wegen der aus seiner Sicht fehlerhaften Ansauganlage sei sie ohne Chance gewesen. Nun sei es wichtig, dass über solche Dinge berichtet werde.

Gefährliche Sicherheitsmängel

"Parents4Safety“, übersetzt "Eltern für Sicherheit“, warnt vor gefährlichen Sicherheitsmängeln in Schwimmbädern. Ulrike Göb hat die Initiative vor sechs Jahren gegründet. "Wir möchten erreichen, dass ein Verständnis für die Gefahr wächst.“ Kinder seien besonders gefährdet, da sie sich länger als Erwachsene im Wasser aufhalten und beim Spielen öfter untertauchen. "Sie werden am Körper, an den Haaren oder auch an der Badebekleidung angesaugt.“ 

Ansauganlagen dienten der Bewässerung von Spielattraktionen im Pool oder um das Wasser abzulassen, erklärt Olaf Seiche vom Tüv Rheinland. Gitter vor den Anlagen seien oft löchrig, falsch dimensioniert oder fehlten gänzlich. In der Türkei seien neun von zehn Pools lebensgefährlich. Das habe man 2013 getestet. "Daran hat sich bis heute nichts geändert.“

Staatsanwaltschaft prüft den Fall 

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn leitet ein Todesermittlungsverfahren ein. Nach Angaben von Pressesprecherin Bettina Jörg prüfe man die Todesumstände. Die Heilbronner Staatsanwaltschaft fordert bei den tschechischen Kollegen Untersuchungsergebnisse an. Ergeben sich Hinweise, dass jemand eine Mitschuld am Tod trägt, werde wegen eines Tötungsdelikts ermittelt. 

 

 

 

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