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Gedankenschiff auf humorvoller Fahrt

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"Gott hat das Lachen erfunden, es darf durchaus in der Kirche stattfinden“, sagt Markus Berroth beim Lachgottesdienst am Sonntagabend in der Christuskirche in Lehrensteinsfeld. Geistreich, witzig, fantasievoll und durchaus mit nachdenkenswerten Inhalten führt er als Kapitän das Gedankenschiff mit dem Reiseziel Himmelreich. 

Gottesdienst mit Spaßfaktor

"Der Reiseführer kann durchaus die Bibel sein“, meint er. An seiner Seite agiert Matthias Butz (Perkussion/Cajón). Beide spielen in der Kirchenband der Evangelischen Gemeinde in Lehrensteinsfeld. "Es war ein Prozess über zwei Jahre, bis der Inhalt des Gottesdienstes mit Spaßfaktor stand“, berichtet der Initiator. Er schreibt gern. Gedanken, Stichwörter, Wortspiele sammelt der Grafik-Experte. 

Da erstaunt es niemanden, dass ein kleiner neugieriger, verwunderter Kerl aus Mittelerde in die Gedanken des Pfarrers schlüpft. Da ist es kein Wunder, dass im Laufe des Gottesdienstes ein dunkler Sith-Lord mit Lichtschwert und schwarzer Maske auftaucht und so gar nichts mit dem Satz anfangen kann: "Ich bin dein Vater.“ "Steckt nicht in jedem von uns ein Jedi?“, fragt dazu der Moderator.

Zum Beginn der Reise: In der vollbesetzten Christuskirche kontrolliert Martin Lustig (Markus Berroth) bei den Besuchern, ob das Gesangbuch ordnungsgemäß vor ihnen liegt. Denn das gemeinsame Singen ist auf dem Gedankenschiff obligatorisch. "Ich mag das Kirchenschiff als Teil der Flotte der Landeskirche“, gesteht der Kapitän.

Gebrauchsanweisung

Er begrüßt die Gäste schwarz gekleidet mit kecker, weißer Fliege und lädt sie ein, mit ihm einzusteigen. Aus dem Off ertönen sogleich eine Gebrauchsanweisung fürs Gesangbuch und Sicherheithinweise für die Fahrt von der Stewardess: "Beachten Sie die Sonderhinweise, auch wenn Sie keine Lust dazu haben. Bei Turbulenzen im Himmelreich atmen Sie einfach weiter und beten sie.“

Die Reise nimmt Fahrt auf mit musikalischem Schwung. Dazu nimmt Markus Berroth seine Gitarre zur Hand, Helfer teilen Shaker aus für die Rhythmusuntermalung. Mit bunten Lichteffekten gelangt das Schiff Fahrt in ungeahnte Weiten. Turbulenzen gibt es, als ein Callcenter den effektivsten Religionsanbieter mit alternativen Tarifen und attraktiver Servicenutzung anbietet. Bei einer Glaubensstörung sei natürlich eine Hotline geschaltet. 

Doch was fehle, sei die Gemeinschaft und die Begegnung mit anderen, lehnt Markus Berroth das Angebot ab. Da helfe ebenso wenig die digitale Welt, wenn man Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem Himmelreich habe. "Der PC erkennt ja nicht einmal den Drucker, der vor ihm steht.“

Baummediation und Nächstenliebe-Workshop

Den Reisebericht aus der Bibel liest Mesner Martin Lustig im grauen Schaff-Kittel vor. Und übersetzt das "G'schichtle“, wie ihm der schwäbische Schnabel gewachsen ist. Auch eine poetisch-humorvolle Bildbetrachtung, eine Baummediation und ein Nächstenliebe-Auspower-Workshop werden als Service angeboten.

Nach 90 Minuten macht das Gedankenschiff wieder im Heimathafen fest. "Es war locker, für jede Generation etwas dabei“, kommentiert Harald Stettner aus Obersulm den Lachgottesdienst. "Das war ansprechend. Ernstes und Humorvolles ist gut gelungen“, sagt Thomas Geiger aus Langenbeutingen.

 

 

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