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Schüler werden zu Blutsaugern

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Graf Dracula kommt gerade aus dem Religionsunterricht, als seine Mitschüler am Theodor-Heuss-Gymnasium für die Musical-Aufführung nächste Woche proben. Viel Zeit hat Jonas Kurz, der den Vampirgrafen spielt, nicht. Unter den Augen von Kirstin Schrader wird gleich zu Anfang die große Bissszene zwischen Dracula und seiner Geliebten Mina geprobt. Zwei Liebende, viele Vampire, ein Biss. Die Musik des Orchesters, das im Nebenraum probt, passt gerade dazu."„Die Szene können sie natürlich gut halten“, scherzt Schrader über das eng umschlungene Liebespaar.

Charakterliche Spaltung

Zusammen mit ihrem Mann, Musiklehrer Johannes Schrader, hat sie das Musical mit den Schülern einstudiert. Vor eineinhalb Jahren begannen die Proben, am Samstag kommen die rund 300 Mitwirkenden zur Generalprobe zusammen. Die Bandbreite der Beteiligten ist groß: Schauspieler, Tänzer, Orchester, Chor, Maskenbildner, Techniker und viele mehr. 

Jonas Kurz (17) war als Graf Dracula von Anfang an dabei. Vor allem die "charakterliche Spaltung“ des Dracula gefällt ihm. Einerseits sei er Liebender, der eine Frau für sich gewinnen möchte. Gleichzeitig spiele er "ein Raubtier, das sich von Menschen ernährt.“ Eine seiner Lieblingsstellen: der Auftritt Draculas als Richter, der entscheidet, ob jemand gebissen wird oder nicht. "Da schreie ich 200 Leute an, die alle vor mir erzittern“, sagt er und lacht. Bei den Abi-Vorbereitungen komme ihm das Musical nicht in die Quere, sagt der Zwölftklässler: "Ich konnte die Arbeiten früh schreiben. Die Lehrer haben das gut gemacht.“

Über sich hinaus wachsen

Der dunkle Graf kommt aber nicht ohne seine Vampir-Schergen aus, so wie Leni Kurz (14), Noa Engländer (15) und Rosa Sarout (14). Sie spielen die Vampir-Girls, wie sie sagen. Damit sind sie sichtlich zufrieden. "Wir werden oft mit Katzen verglichen“, erklärt Leni. Vor allem seien sie aber "blutrünstig“ und würden "Menschen fressen“. Am besten gefällt den Dreien "das Quartett“: Der Makler Jonathan will zu seiner Verlobten Mina, wird aber von den Vampir-Mädchen aufgehalten. Die Proben dieser Szene sind den Mädchen im Gedächtnis geblieben: "Wir mussten Singen und dabei über Stühle klettern oder Haare flechten“, erinnert sich Noa. Ziel war es, "nervige Dinge“ zu tun und dabei die Konzentration nicht zu verlieren. Sängerische Erfahrung haben alle drei aus früheren Musicals.

Und wenn alles vorbei ist? Das ist für alle ein schöner Moment, sagt Johannes Schrader: Es sei schön, wenn die Beteiligten "etwas gemacht haben, von dem sie vorher nicht geglaubt hatten, dass sie es schaffen.“ Auch Kirstin Schrader ist stolz auf ihre Schützlinge: "Da wächst jeder über sich hinaus.“ 

Dracula - das Grusical

24. und 25. Oktober, 19 Uhr, Harmonie Heilbronn. Erwachsene 10 Euro, Schüler 5 Euro. Vorverkauf im Sekretariat des Theodor-Heuss-Gymnasiums, Restkarten an der Abendkasse.

 

 

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