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Träume sind zerplatzt

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Es ist ein Paukenschlag: Der Ventilatorenhersteller EBM-Papst wird kein Forschungsinstitut am Hochschulstandort Künzelsau gründen. "Bei den Verhandlungen mit den Behörden wurde klar, dass die Barrieren dafür zu hoch sind“, begründete Stefan Brandl, der Vorsitzende der Geschäftsführung, den überraschenden Schritt. 

Kein Institut

Das Unternehmen hatte die Pläne für die Institutsgründung schon seit Jahren vorangetrieben. "Es konnte einfach keine Einigung zum Konzept unseres Instituts erzielt werden, das eine anerkannte Gemeinnützigkeit beinhaltet. Dadurch ist eine industrienahe angewandte Forschung und Lehre in Zusammenarbeit mit der Hochschule nach Landeshochschulgesetz nicht möglich“, sagt EBM-Papst-Sprecher Hauke Hannig der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung

Dabei waren die Planungen für dieses auch für die Hochschule Heilbronn so wichtige Institut weit fortgeschritten. "Die Ausgestaltungs- und Baupläne liegen in der Schublade“, betont Dr. Bruno Lindl, der das Projekt von Anfang an federführend begleitet hatte. Nun muss das Kapitel geschlossen werden
Die Auswirkung dieser Entscheidung strahlt auch auf andere Pläne aus. Das Institut war ein Teil ehrgeiziger Entwicklungen am Campus an der Hofratsmühle, der den Namen Reinhold-Würth-Hochschule trägt. So will die Stiftung Würth für acht Millionen Euro einen Neubau mit Räumen für Studium, Lehre und Verwaltung finanzieren. Noch im Frühjahr hatte ein Architektenwettbewerb dem Neubauten im Campus ein ruhiges, zeitloses Erscheinungsbild verpasst. "Durch den gemeinsamen Wettbewerb und die Ausführungsplanung bis hin zum gemeinsamen Bauantrag ist das Gebäude so nicht mehr umsetzbar“, so die Reaktion der Stiftung auf die Entscheidung von EBM-Papst.

Neue Planung

Das heißt, es muss neu geplant werden. An ihrem Vorhaben will die Würth-Stiftung aber festhalten: "Wir stehen zu unserer Zusage und den Plänen zum Ausbau der Hochschule.“ Allerdings ist der Baubeginn noch im November 2017 nicht mehr zu halten. Wann tatsächlich der erste Spatenstich gesetzt wird, steht in den Sternen. Für Professor Dr. Oliver Lenzen ist die Entscheidung von EBM-Papst ein herber Schlag. "Wir bedauern sehr, dass dieses großartige und innovative Gemeinschaftsprojekt nun nicht zur Umsetzung kommen kann“, betont der neue Rektor der Hochschule Heilbronn. "Die Stärkung der Region in Forschung und Bildung hat damit leider einen erheblichen Rückschlag erlitten.“

Auch Stefan Neumann bedauert die Entscheidung. "In Gesprächen mit den Beteiligten werden nun das weitere Vorgehen und mögliche Konsequenzen zu klären sein“, unterstreicht der Künzelsauer Bürgermeister. Bedeckt hält sich das baden-württembergische Finanzministerium. "Wir bitten um Verständnis, dass wir uns aufgrund des Steuergeheimnisses nicht zu konkreten Einzelfällen äußern“, lautet die lapidare Antwort aus Stuttgart. Für EBM-Papst ist damit aber die Zusammenarbeit mit der Hochschule keineswegs beendet. "Wir sichern ausdrücklich zu, dass wir uns weiterhin stark an der Hochschule Heilbronn mit seinem Campus Künzelsau engagieren werden“, hebt Hauke Hannig hervor. Aktuell unterstützt das Unternehmen die Hochschule mit einer Stiftungsprofessur und richtet den Wettbewerb Jugend forscht aus. Der Traum von einem eigenen Forschungsinstitut ist aber ausgeträumt.

 

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