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Tagebuch voller Leid, Hoffnung und Liebe

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Sie müssen unentdeckt bleiben. "Kein Husten, kein Fieber, wir können keinen Arzt kommen lassen“, mahnt Otto Frank, gespielt von Ralph Hönicke, die Bewohner des Verstecks. Während sich die Arbeiter der Firma im Gebäude befinden, muss völlige Stille herrschen. Nicht einmal Schuhe dürfen getragen werden, zu laut hallt das Geräusch durch die Wände. 

Erdrückende Stille

Mitte Juni 1942. Anne Frank erhält zu ihrem 13. Geburtstag ein Tagebuch und beginnt damit, ihre Gefühle und Erlebnisse festzuhalten. Die Judenverfolgung hat die Niederlande erreicht und das Mädchen versteckt sich mit Schwester Margot, Vater Otto und Mutter Edith sowie den van Pels in einem Hinterhaus einer Firma in Amsterdam. Auf engstem Raum versuchen sie unentdeckt zu bleiben – vergeblich. Die Württembergische Landesbühne führt "das Tagebuch der Anne Frank“ vor 430 Zuschauern in der Künzelsauer Stadthalle auf. 

Gebannt lauschen die Franks und van Pels dem Glockenschlag, der die voranschreitende Tageszeit markiert. Hoffnungsvolle Blicke wandern zu Otto Frank, der den Anwesenden ein Zeichen gibt, sich weiterhin nicht zu rühren. Erdrückende Stille breitet sich aus, mit den Stunden zeichnet sich die Verzweiflung auf den Gesichtern ab. Erst um sechs Uhr abends, wenn die Arbeiter nach Hause gehen, kehrt Leben in die vier Wände zurück. "Endlich!“, ruft Auguste van Pels (Kristin Göpfert) aus. Musik ertönt, die Stimmung wird ausgelassener. Lebhafte Szenen wechseln sich mit stillen Momenten und Passagen aus Annes Tagebuch ab, die von Anne Frank (Galina Freund) vorgetragen werden. Von Beginn an schaffen es die Schauspieler die unterschiedlichen Charakterzüge der Akteure gekonnt an das Publikum heranzutragen. Die quirlige Anne, dessen Optimismus und Hoffnung bis zuletzt nicht zu versiegen scheinen. Die ängstliche Margot (Sofie Alice Miller), im Vergleich zu Anne sehr zurückhaltend.

Beengtheit

Die besorgten Eltern Edith (Elif Veyisoglu) und Otto, die ihre Kinder zu beschützen versuchen. Und nicht zuletzt Hermann van Pels (Marcus Michalski), der seine Aggressionen an seiner Frau Auguste auslässt und Sohn Peter van Pels (Benjamin Janssen), mit dem Anne eine Liaison beginnt. Durch die Beengtheit geraten die Charaktere immer mehr aneinander, streiten sich wegen Kleinigkeiten. Besonders Anne hat es schwer. Das pubertierende Mädchen macht alle Launen der Jugend durch: Sie fühlt sich nicht verstanden und schüttet ihr Herz ihrem Tagebuch aus: "Wenn ich nicht schreiben würde, was ich fühle, würde ich zerbrechen“, gesteht sie Peter van Pels.

Die acht Untergetauchten können nur erahnen, was sich draußen abspielt. Lediglich Victor Kugler (Timo Beyerling) und Miep Gies (Stephanie Friedrich), beide gewähren den Verfolgten Unterschlupf, informieren sie über den Krieg.

Leid und Botschaft

Dramatische Filmsequenzen in schwarz-weiß und musikalische Gestaltung im Hintergrund, spiegeln Annes Alpträume wider, von denen sie Nacht für Nacht geplagt wird. Trotz allem verliert sie nicht ihr Lächeln, auch wenn bei allen anderen die Hoffnung auf ein normales Leben schwindet. "Einmal werden wir Menschen und nicht nur Juden sein“, sagt sie, während sie sich das Kriegsende herbeisehnt. 

Gegen Ende entflammt bei allen doch noch Hoffnung, als sie erfahren, dass die Alliierten die Normandieküste erreicht haben. "Wie lange haben wir darauf gewartet“, entfährt es Otto Frank. Doch es ist zu spät für sie. Die Familie wird getrennt und die Selektion beginnt. Ein Monolog des einzigen Überlebenden, Otto Frank, verrät, wie knapp alle der Befreiung entkommen sind. Alle anderen sterben in KZ-Lagern. "Das Tagebuch ist alles, was geblieben ist“, sagt Otto Frank an die Leinwand starrend, auf der ein letztes Foto von Anne projiziert wird.
Mit tosendem Applaus würdigen die Zuschauer die herausragende Leistung der Schauspieler, die das Leid und die Botschaft von Anne in die Nachwelt weitertragen.

 

 

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