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Jugendkapelle startet durch

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Da steckt Power in den Lungen. Nach dem Geschmack von Micha Kible zu viel. Energisch bricht der Dirigent das Musikstück ab: "Wenn wir nicht leise anfangen, haben wir keine Chance, lauter zu werden. Also: mega pianissimo.“ Die zwölf Jugendlichen hören aufs Wort. Harmonisch startet die Nordheimer Jugendkapelle erneut: "Sing, Sing, Sing“. Jetzt passt das Stück. Der 20-Jährige schwingt zufrieden den Taktstock. Mit dem jungen Talent aus Brackenheim, Sprecher des Verbandsjugendorchesters, Inhaber eines Dirigentenscheins auch für Erwachsenenkapellen, sieht Vereinschef Thomas Müller die Blasmusik in Nordheim wieder im Aufwind. Lange Zeit existierte die Jugendkapelle quasi nur auf dem Papier. Das Engagement in Bläserklassen und die Finanzspritzen an die Eltern durch die Gemeinde brachten nicht den erhofften Erfolg. Die Gemeinde stellte kürzlich die Förderung ein.

Ohne Verpflichtung

"Ich kann nicht ausschließen, dass das eine oder andere Kind nach der Bläserklasse zum Posaunenchor nach Nordhausen oder Nordheim gegangen ist,“ sagt Thomas Müller im Rückblick. Beim Nordheimer Musikverein sei jedenfalls keiner der Geförderten aufgeschlagen. Auch bei einem Infoabend für Eltern sei das Interesse äußerst schwach gewesen. Und jetzt die Kehrtwende. Mit eingeläutet hat sie Thomas Fricke, Lehrer an der Kurt-von-Marval-Schule, der über Deputatsstunden im vergangenen Schuljahr Kinder der dritten und vierten Klasse am Blasinstrument unterrichtete. Zuletzt sind fünf Kinder zur Jugendkapelle gestoßen. 

Dirigent Kible und Jugendleiter Dominik Potrafke haben in einem Rundruf frühere Bläserklassen-Schüler reaktiviert und für die Arbeit in der Jugendkapelle begeistern können. Mittlerweile unterrichtet Fricke die nächste Kleingruppe in der Schule, nun auf Kosten des Musikvereins – ohne Verpflichtung der Kinder jedoch, später in der Jugendkapelle mitspielen zu müssen.

Harmonisches Ensemble

Gemeinsame Konzerte aber gibt es allemal: Etwa beim Frühlingskonzert 2018 werden Bläserklasse, Jugendkapelle und die aktive Kapelle zu hören sein. Schon vorher, beim Laternenumzug am Sonntag, 12. November, 17 Uhr, trifft Jugend auf Aktive. Gemeinsam intonieren sie Laternenlieder. Dem Jugenddirigenten ist diese Begegnung wichtig. Die erwachsenen Bläser sollen die Jugend wahrnehmen. "Sie sollen eine Verbindung zu ihnen aufbauen.“ Kible denkt einen Schritt weiter – an den Übergang in die aktive Kapelle.

Wahrnehmung – die ist auch bei der Probe mittwochabends im Milchhäusle wichtig. "Stopp, nochmal“, ruft Kible. Die Saxophone waren zu laut. "Es nützt nichts, einzelne Instrumente zu hören.“ Die Trompeten sollen piano starten, die Hölzer – also Klarinetten und Flöten – mezzopiano. Kible: "So bekommen wir alle die gleiche Kurve.“ Der Dirigent will, dass die Mädchen und Jungen als harmonisches Ensemble wahrgenommen werden. Orchesterprobe ist Teamarbeit. Spaß hat die ganze Truppe. Das ist bei der Probe spürbar. Der Gruppenraum ist gut besetzt. "Mir sind elf Spieler, von denen immer zehn da sind, lieber, als eine Gruppe von 30, von denen zehn zur Probe kommen.“ Kontinuität ist Kible wichtig. Sie ist ein Teil des Erfolgs.

"You Raise Me Up“ – Kible lässt die Kinder und Jugendlichen zu jedem Musikstück Adjektive finden, die zum Stil der jeweiligen Komposition passen. Er baut Brücken, erzeugt Bilder, die die Bläser beim gefühlvollen Musizieren beflügeln sollen. "Denkt jetzt zum Beispiel an einen Sonnenuntergang.“

Gerne sucht er sich Filmtitel aus. "Damit können die meisten etwas anfangen.“ Die Bläser kennen die Handlung, und so wissen sie auch, wie sie spielen sollen. Das ist kein leichtes Unterfangen für den Jungdirigenten, zumal auch die Altersspanne mit Teilnehmern von zehn bis 15 Jahren nicht eben gering ist. 

 

 

 

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