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EU bringt WLAN-Projekten frischen Schwung

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Gratis surfen per Funk an öffentlichen Plätzen oder in Bibliotheken: In vielen Gemeinden ist das noch Wunschdenken. Unterstützt von einem Förderprogramm der EU, planen jetzt auch viele kleinere Gemeinden kommunale WLAN-Hotspots. Eine Gesetzesnovelle dürfte ihnen zupasskommen. Die Erfahrungen der Pioniere wie Sinsheim oder Eppingen sind nicht überwältigend, aber solide. 

Förderprogramm-Rennen

Das Windhundrennen wird bald eröffnet, Ittlingen will einen guten Startplatz. Wenn die Bewerbungsphase für das Programm namens "WiFi4EU“ demnächst anläuft, kann das Elsenztaldorf loslegen. Der Gemeinderat hat Bürgermeister Kai Kohlenberger kürzlich freie Hand gegeben, eine Bewerbung einzureichen. Wenn der Startschuss fällt, gilt: Wer zuerst kommt, funkt zuerst. Mit 120 Millionen Euro ist jener Topf gefüllt, mit dem die EU bis zu 8000 Gemeinden zu einem WLAN-Hotspot verhelfen will. Ittlingen wünscht sich einen solchen Funkknoten in der Ortsmitte. Nutzer könnten dann mit Smartphone, Tablet oder Laptop gratis und mit passabler Geschwindigkeit im Netz surfen. 

Das Programm gibt vielen kleinen Gemeinden den letzten Kick, die schon länger mit einem solchen Service liebäugeln. Auch Gemmingen hat Interesse bekundet. Zu den Pionieren in Sachen kommunal betriebenes WLAN – nicht nur im Kraichgau, sondern im ganzen Raum Heilbronn und Hohenlohe – zählt Sinsheim. In Eigenregie bietet die Kraichgaustadt Nutzern die Möglichkeit, an mehreren zentralen Punkten nach vorheriger Registrierung mit Tablet oder Smartphone kostenlos ins Internet zu kommen. Exorbitante Wachstumsraten sind bei der Nutzung nicht zu verzeichnen. "Wir sind aber zufrieden“, sagt Wolfgang Wagner von der IT-Abteilung im Rathaus. Zwischen 80 und 200 pendelten die Logins an den städtischen Hotspots pro Tag – alle zusammengenommen. Wenn aber 1899 Hoffenheim ein Heimspiel in der Europa League hat und viele Gäste aus dem Ausland in der Stadt sind, wird die Zahl schnell vierstellig. Dasselbe gilt für den Freibadbetrieb im Sommer, der für Ausschläge bei der Nutzung sorgt. Besonders gefragt sei auch der Hotspot am Wohnmobilparkplatz.

Keine Freischaltung mehr nötig

Wer auf "SNHotspot“ surfen will, muss die Handynummer eingeben und auf den Freischaltcode per SMS warten. Mit dieser Sicherheitsschranke wappnete sich die Stadt gegen die sogenannte Störerhaftung. Bislang mussten Betreiber öffentlicher Funkknoten immer damit rechnen, mithaften zu müssen, wenn Nutzer illegalen Dinge treiben. Die Störerhaftung steht nach jüngsten Beschlüssen von Bundesrat und Bundestag endgültig vor dem Aus, dieses Hemmnis für öffentliches WLAN fällt weg. "Da sind auch bei uns Überlegungen im Gange“, sagt der Sinsheimer IT-Fachmann Wagner. Möglicherweise ist die SMS-Freigabe bald nicht mehr nötig

In Eppingen betreiben die Stadtwerke seit 2016 zwei Hotspots auf Markt- und Ludwigsplatz. Rund 80 Nutzer zählen die Betreiber pro Tag und Standort. Anfängliche Probleme mit schwankender Qualität sind offenbar behoben. Weitere Standorte sind in Eppingen immer mal wieder im Gespräch. In Bad Rappenau ist WLAN am Bahnhof beschlossene Sache. Bislang hat sich allerdings noch nichts getan.

 

 

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