Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Eindringliches Plädoyer für Freundschaft

zurück zur Übersicht

Die Welt von Brachnavur ist nichts für zarte Gemüter. Dort wird gekämpft und gesoffen. Kobold, Vampir, Dunkelelfen und andere Unholde treiben ihr Unwesen. Ausgerechnet dahin gelangen drei sanfte Wesen aus Schimmergonien, die wegen ihres ungerechten Herrschers auf der Suche nach einer neuen Heimat sind. Was geschieht, wenn Schmutz und Schönheit, Wildes und Zartes, Angst und Hoffnung, Liebe und Hass aufeinandertreffen, bringt das achte Musical des Friedrich-von-Alberti-Gymnasiums eindrucksvoll und eindringlich auf die Bühne. 

Möglichst viel Fantasy

"Es ist ein recht mutiges Stück, vielleicht sogar provokant“, sagt Stephanie Jane Fleckenstein, aus deren Feder zum fünften Mal in Folge die Texte stammen. Immerhin geht es darum, "wie man mit Fremden umgeht und was passiert, wenn zwei Welten aufeinanderprallen“. Ende 2015 hat sie erste Ideen niedergeschrieben und ab Sommer 2016 intensiv daran gearbeitet. Zugleich macht sie deutlich: "Ob man es politisch oder gesellschaftskritisch auffasst, muss jeder selbst entscheiden.“ 

Für Interpretationsspielraum und auf Wunsch der Schüler nach möglichst viel Fantasy hat sie "Brachnavur“ in eine andere Welt verlagert, die deutliche Aussagen zulässt, ohne sofort zu polarisieren. Die Entwicklung lässt jedoch Parallelen zur realen Welt erkennen: Brachnavuren, die der Andersartigkeit der "Eindringlinge“ mit Angst, Hass und Ablehnung begegnen. Oder ihnen mit freundlicher Güte entgegenkommen und in den Neuankömmlingen eine Chance erkennen, die eine sichtbare Annäherung auf beiden Seiten zulässt.

Keulenschwingend und zottelig

Der Riss, der durch Brachnavur geht, könnte kaum größer sein. Das Ende, das um ein Haar in Mord und Totschlag endet, bleibt bewusst offen: Eine "Folxfärsamlung“ beschließt, eine Delegation zur Vermittlung nach Schimmergonien zu schicken und gibt Hoffnung. Beeindruckend sind die schauspielerischen und gesanglichen Leistungen der 14 Haupt- und fünf Nebendarsteller. Ihren Rollen verleihen sie in Regie von Christine Federolf und Carolin Kegreiß mit Spielwitz und Einfühlungsvermögen überzeugend Leben.

Ganze Arbeit leisten auch die Helfer hinter den Kulissen in Maske, Kostüme, Kulisse und Technik. Schließlich gilt es, in der dunklen Welt schrill oder verspielt geschminkte Akteure, keulenschwingende und zottelig-schmuddelige Bewohnern von Brachnavur sowie blütensaubere und blumengeschmückte Flüchtlinge in Szene zu setzen. Die Illustrationen für Flyer und Werbeplakate hat der Höchstberger Sven Mehlhorn geschaffen, der die Heilbronner Schule für Gestaltung des Kolping-Bildungszentrums besucht. 

Zum mit begeistertem Applaus belohnten Gesamtkunstwerk wird die Eigenproduktion durch die Musik, die Thomas Stapf in enger Abstimmung mit der Autorin für Chor, Orchester und Band komponiert hat. Szenische Musik von Annette Berkler, die auch das Stimmtraining übernommen hat, und von Annette Stoff tun ihr Übriges.

Termin

Weitere Aufführung am Donnerstag, 26. Oktober, ab 19.30 Uhr.

 

 

Galerien

Regionale Events