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Schulerweiterung wird bezuschusst

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Karl Friedrich Bretz und seine Mitstreiter können aufatmen. "Ich war selten so aufgeregt“, gibt der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung Evangelisches Gymnasium Obersulm zu. Aber alles läuft glatt am Montagabend in der Gemeinderatssitzung. Die Räte sind sich einig, die private Bildungseinrichtung bei der geplanten Erweiterung finanziell zu unterstützen. Nur in welcher Höhe, ist die Frage. Mit elf zu acht Stimmen bei einer Enthaltung ist das Gremium schließlich für den SPD-Antrag, die Hälfte der Kosten, die nicht durch Dritte gedeckt sind, zu übernehmen, maximal 400 000 Euro. "Damit können wir leben“, sagt Bretz. In ihrem Antrag hat die Stiftung diese Deckelung bei 500 000 Euro gewünscht. 

Erweiterung wird teuer

Als das Paul-Distelbarth-Gymnasium 2005/2006 gebaut wurde, musste es schnell gehen, um die 9,7 Millionen Euro aus einem Bundesprogramm als Förderung zu sichern. Längst zeigen sich Unzulänglichkeiten – das Lehrerzimmer ist zum Beispiel zu klein dimensioniert. Derzeit unterrichten 46 Pädagogen 491 Schüler. 500 Kinder und Jugendliche sollen es laut Bretz werden, darauf sei das Gymnasium ausgelegt, und diese Größe benötige man auch aus wirtschaftlichen Gründen. Beim Bau sei noch nicht absehbar gewesen, dass die Oberstufe auch stille Lernräume benötige. Auf der Terrasse des ersten Obergeschosses sollen 350 Quadratmeter Fläche aufgestockt werden. Die Kostenschätzung beträgt rund eine Million Euro. Da ist die Heizung, die für 28 000 Euro mit einem neuen Wasserspreicher oder für 128 000 Euro mit zusätzlich einem Brenner aufgerüstet werden muss, noch nicht dabei. 

Mit 90-prozentiger Sicherheit, so Bretz, gewährt das Land 190 000 Euro aus dem Schulbauförderprogramm. Mit Volldampf gehe es jetzt an die weitere Planung. Bretz hofft, dass bis Sommer 2018 das Verfahren abgeschlossen, die Baugenehmigung erteilt und die Ausschreibung gemacht ist, so dass dann Baustart sein kann. Im Frühjahr 2019 könnte die Erweiterung fertig sein. "Das hängt davon ab, ob man die Handwerker kriegt“, meint Bretz mit Blick auf die Hochkonjunktur am Bau.

Keine Bildung ohne Geld

"Bildung ist ohne Geld nicht zu haben“, leitet Peter Dossow für die SPD die Diskussion im Gemeinderat ein. "Wir sollten eine tragbare Lösung für alle finden“, fügt er hinzu und erhebt eine Deckelung von 400 000 Euro zum Antrag. Der Antrag der Stiftung sei sehr gut begründet. Dossow ist wichtig, dass es nicht nur um „nackte Zahlen“ geht. "Jeder weiß, dass das Gymnasium ein sehr wichtiger Standortfaktor für Obersulm ist.“ Dennoch blickt der SPD-Sprecher auch auf die Finanzen. Kämmerin Margit Birkicht weist darauf hin, dass die Kommune ab 2019 keine Rücklagen mehr für Investitionen habe. "Wenn wir einen Zuschuss geben, fehlt das Geld in der Höhe“, macht sie deutlich.

Auf die Steuerschätzungen gibt Armin Waldbüßer nichts. "Wir kriegen Geld für umme“, weist er auf die wohl weiter anhaltende Niedrigzinsphase hin. "Dass in Bildung Geld gesetzt wird, ist nicht falsch“, deshalb würden die Grünen mehrheitlich dem Antrag zustimmen, so deren Sprecher. Waldbüßer erinnert zudem daran: "Wir wollten das Gymnasium, deshalb sollten wir es unterstützen.“

Das sieht auch die CDU so, für die laut Thomas Lüdecke die Deckelung von 500 000 Euro vorstellbar ist. Schließlich wolle man nicht, dass das PDG sein Vorhaben nicht umsetzen könne. So sinnhaft die Erweiterung des privaten Gymnasium aber sei, hat Lüdecke doch die vielen teuren eigenen Projekte der Gemeinde im Blick. Ulrich Hohl tut sich für die Freien Wähler hingegen schwer mit der Zuschusshöhe. "Die Gemeinde hat kein Geld.“ Sein Antrag einer Deckelung bei 300 000 Euro scheitert jedoch am Gros der Gegenstimmen (fünf Ja-Stimmen, eine Enthaltung). Alle Räte sind für eine Einschränkung: Im Falle der Auflösung der Stiftung fällt der Zuschuss an die Gemeinde zurück und nicht an die Evangelische Landeskirche.

 

 

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