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Hautnah und unwiderstehlich spritzig

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Eine absolut unverstärkte Premiere mit drei Chören unter gleicher Leitung in völlig ungewohnter Lokalität, die die direkte Tuchfühlung mit dem Publikum ermöglicht: "Es wird ein super Abend“, freut sich Liederkranz-Vorstand Armin Götzinger bei seiner Begrüßung auf die Hautnah-Tour im schnuckelig-urigen und bestens besuchten Kochersteinfelder Rathauskeller. Da haben die Liederkranzsänger bereits zwei Lieder erklingen lassen und den Anspruch bekräftigt. "An Tagen wie diesen“ präsentieren sie sich flott und träumen sehnsuchtsvoll von "Freiheit“. Das Ganze ohne Noten, auch wenn viele Klassiker dabei sind: "Wir tragen es noch nicht so lange auswendig vor. Eigentlich noch gar nicht“, räumt Leiter Martin Renner verschmitzt ein und hat alle Sympathien sofort auf seiner Seite. 

Alte Lieder neu aufgelegt

"Zeigen, was geht“, will er. Und "was auch nicht geht“. Doch es geht viel bei den 14 Männern, die sich ganz in Schwarz mit gelben Hosenträgern in Schale geworfen haben. Auf Italienisch lassen sie mit "La Montanara“ Berge, Täler und Wälder erklingen. Dann geht es auch musikalisch dahin, wo sich die Zuhörer bereits wohlfühlen. Im Keller wird von Besenwirtschaft und Weinfässle mit purpurrot eingefangenem Sonnenschein gesungen. Vom Vierteleschlotzen mit Württemberger Wein inklusive Flaschenkorken-Mundplopp und mit der Kochersteinfelder Nationalhymne "Stäffele nuff, Stäffele na“ um schwäbische Schaffigkeit. Und das bei einem Chorleiter, der keinen Tropfen anrührt und dazu noch Vegetarier ist: "Ideale Voraussetzungen, einen Männerchor zu dirigieren“, sagt Martin Renner selbstironisch und das Publikum lacht mit. 

Die fünf Voctails stoßen zu den Liederkranzmännern hinzu – in ihrer Urbesetzung als reiner Knabenchor. Der Leiter bringt sie gemeinsam zur heißen und fein ausgefeilten Aufforderung „Tanze Samba mit mir“, bevor die Voctails weitermachen. Gutgelaunt mit "Lollipop“, einem "Lieben Augustin“ in Beatbox- und Rapversion oder einem witzigen Lied über Klonversuche und eine fünffach vermehrte Freundin Julia. Der Wille zur a-cappella-Perfektion zeigt sich beim Bekenntnis "Ich wär’ so gerne Millionär“. Martin Renner bricht ab. "So ist das im Showbiz, das schieben wir auf das nächste Mal“, bewahrt er die gute Laune. Trotzdem glaubt den inzwischen von zwei jungen Damen ergänzten Sängern ihr Schlusslied keiner: "Wir können gar nicht singen, wir sehen nur gut aus.“

Geile Zeit

"Toll, wenn sich junge Leute so fürs Singen begeistern“, lobt Edelgard Lange in der Pause. "Wenn ich das Alter hätte, würde ich zumindest versuchen, mitzumachen.“ "Dass sie mit Spaß und Freude dabei sind, spürt man richtig“, findet auch Doris Mühlbacher. Ihr hat der Liederkranz ebenso gut gefallen: "Eigentlich altbekannte Lieder, aber aufgepeppt. Das stimmt einen so richtig froh, ein schöner Abschluss des Tages.“ 
Noch nicht ganz: Denn erst brillieren noch die kunterbunt gekleideten Smartins. Der fortgeschrittene Geschwisterchor aus Bad Wimpfen setzt gemeinsam mit den Voctails bei "Evening Rise“ zarte Momente, bevor ihre Soloshow losgeht und sie versichern: "Sign, sealed, delivered, I’m yours“.


Perfekte Soloeinlagen zeichnen weitere zärtliche, romantische oder rockig-soulige Lieder der Smartins aus. Mit der melancholisch-nachdenklich stimmenden "Festung“ stellt Martin Renner seine eigenen Bassqualitäten unter Beweis, bevor ganz zum Schluss noch einmal der Liederkranz und die Voctails zum Zug kommen. Mit einer Feststellung, die die gehobene Stimmung im Gewölbekeller und den Applaus unterstreicht: "Wir hatten eine geile Zeit.“ 

 

 

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